Im Jahre 814 wird in der germanischen Provinz das Mädchen Johanna geboren. Der Tochter eines Priesters ist ein Leben in Unwissenheit bestimmt, würde sie nicht selbst dafür Sorge tragen, dass dies nicht geschieht. So kann sie bald ihre Brüder davon überzeugen, ihr das vom Vater Gelernte weiterzugeben und so schließlich auf einen Lehrmeister auf sich aufmerksam machen, der sich ihrer annimmt. Später geht sie sogar gegen den Willen des Vaters in eine Klosterschule. Hier merkt sie bald, dass nur Vertreter des männlichen Geschlechts weiterkommen. Nach einem Überfall der wilden Normannen verkleidet sich Johanna als Mann und kommt so in einem anderen Kloster unter. Inzwischen erwachsen kann sie nur noch schwer ihre wahre Identität verbergen und sucht erneut die Flucht nach vorne. Sie begibt sich auf eine Pilgerreise nach Rom. In der umtriebigen Stadt rettet sie schließlich dem amtierenden Papst das Leben und lebt fortan an dessen Hof. Hier trifft sie schließlich ihre Jugendliebe wieder – just in dem Moment wird sie zum Papst ernannt ...

Keine Frage: Mit diesem Historien-Schwergewicht aus der Feder von Donna Woolfolk Cross hat sich Regisseur Sönke Wortmann eindeutig verhoben. Einmal davon abgesehen, ob es nun solch eine Frau auf dem Papststuhl gegeben hat (von Historikern wird die Legende als reine Fiktion abgetan), ist dies ein Film, an dem vieles nicht stimmt: eine oft holprige Regie, schlechte Computerbilder, falsches Dekor, teure, aber nicht unbedingt treffende Kostüme, eine überaus hölzerne Synchronisation der internationalen Crew und ein überflüssiger Off-Kommentar. Lediglich einige Schauspielleistungen und ein paar Bilder, bei denen man sich offensichtlich von Fritz Langs "Die Nibelungen (1): Siegfried"-Epos inspirieren ließ, lassen aufmerken. Der Rest: Reine seelenlose Zeitverschwendung mit vielen Klischees von dem ach so furchtbaren Patriarchat. Bereits 1971 entstand mit "Papst Johanna" eine filmische Version der Legende. Hier wurde die Päpstin von Liv Ullmann dargestellt.

Foto: Constantin