Simon hat sechs Jahre Knast abgesessen, als er Neujahr 1973 vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Er weiss, was dahintersteckt: Die Polizei hofft, dass er sie auf die Spur seines Komplizen Charlot führen wird, der 1966 mit der Beute aus einem raffiniert eingefädelten Juwelenraub untertauchen konnte, während Simon ins Gefängnis wanderte. Jetzt zieht es ihn mit Macht zu der schönen Françoise, von der er hofft, dass sie während der sechs Jahre treu auf ihn gewartet hat. Als er merkt, dass dem nicht ganz so ist, überlässt er sich melancholischen Erinnerungen...

Eine amüsante Mischung aus Liebesromanze und raffiniertem Gaunerstück von Claude Lelouche, der mit Lino Ventura und Françoise Fabian die perfekte Besetzung fand. So entstand ein ebenso intelligenter wie witziger und spannender Film, in dem die Stars Ventura und Fabian auch schauspielerisch brillieren. Ventura nicht zuletzt mit seiner Verwandlung zum krächzenden alten Herrn, der den beflissenen Juwelier meisterhaft übertölpelt. Lino Ventura hatte schon ein Jahr zuvor in der parodistischen Gangsterkomödie "Die Entführer lassen grüßen" erfolgreich mit Lelouch zusammengearbeitet. Für Françoise Fabian ("Kommissar Maigret sieht rot", "Belle de jour - Schöne des Tages", "Der Dieb von Paris"), die 1933 in Algier unter dem Namen Michele Cortes De Leon y Fabianera geborene Charakterdarstellerin, sollte es der einzige Lelouch-Film bleiben. Für ihre Rolle der Françoise wurde Fabian, die von 1957 bis 1960 mir Regisseur Jacques Becker verheiratet war, 1973 auf dem San Sebastián International Film Festival als beste Darstellerin ausgezeichnet.

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