Amerika, in den Achtzigerjahren. Der 30-jährige New Yorker Homosexuelle Prior erkrankt an Aids, worauf ihn sein jüdischer Freund Louis verlässt. Louis, von Schuldgefühlen geplagt, fängt eine Affäre mit dem streng gläubigen Mormonen Joe an. Der wiederum ist ein Schützling des berühmten, erzkonservativen Anwalts Roy Cohn - auch er ein heimlicher Homosexueller, der sich mit Aids infiziert hat, dies jedoch vor der Öffentlichkeit geheim zu halten versucht. Derweil wird Prior von Visionen eines weiblichen Engels heimgesucht, der ihn als modernen Propheten auserkoren hat. Doch Prior sträubt sich gegen die ihm zugedachte Rolle ...

Diesen starken, wenn auch recht redseligen TV-Sechsteiler um Homosexualität, Religion und Engels-Visionen inszenierte niemand geringer als Mike Nichols, der bereits 1967 mit "Die Reifeprüfung" für Furore sorgte. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank hervorragend, und auch das Drehbuch überzeugt, das Tony Kushner nach seinem gleichnamigen, erfolgreichen Bühnenstück schrieb. Die ein oder andere Länge kann man deshalb durchaus verzeihen. So sah es auch die Emmy-Jury, die "Engel in Amerika" 2004 mit insgesamt elf der begehrten TV-Auszeichnungen prämierte. Zu den Geehrten gehören unter anderem Regisseur Nicols, die Hauptdarsteller Al Pacino und Meryl Streep, die Nebendarsteller Jeffrey Wright und Mary-Louise Parker sowie Drehbuchautor Kushner.