Um seine von der Pest bedrohten Mitbürger zu retten, verschreibt sich Faust dem Teufel, der ihm Jugend, Reichtum und Macht schenkt. Am Ende bekennt sich Faust zum verstoßenen Gretchen und erlöst sich, indem er mit ihr, der angeblichen Kindsmörderin, auf dem Scheiterhaufen stirbt.

Murnaus Faust-Version ist eine Mischung aus der alten Volkssage, Christopher Marlowes Dramatisierung und Goethes Faust. Murnau siedelt den metaphysischen Kampf zwischen Gut und Böse an der Zeitenwende des Mittelalters - mit all dessen Aberglauben - an. Faust wird als erster moderner Mensch mit freier Willensentscheidung und einem Bekenntnis zur Allmacht der Liebe gedeutet. So entstand ein grandioser Stummfilm mit Gespür fürs Fantastische (Schattenspiel usw.).