Tony gibt sich gern als harte junge Frau. Das muss sie auch, um sich in der heruntergekommenen Gegend zu behaupten, in der sie mit ihrem Freund Juanjo und dessen beiden Kumpels Maxi und Moco lebt. Ersterer ist besessen von Kung Fu und Moco hängt an der Nadel. Als dem schrägen Quartett ein Überfall auf eine Lotto-Annahmestelle in Madrid gelingt, scheint alles glatt zu gehen. Doch dann reißt sich Juanjo die Beute allein unter den Nagel. Er lässt seine Freunde am Tatort zurück und macht sich zusammen mit Tony und dem gestohlenen Geld davon. Die beiden Flüchtigen nehmen noch Juanjos kleine Nichte Laura mit, die - so Juanjos Vorwand - zu ihrem Vater gebracht werden soll. Verfolgt von den rachewütigen Komplizen und von der Polizei, lässt Juanjo kurz darauf auch Tony und Laura sitzen. Auf sich allein gestellt beginnt für die beiden eine abenteuerliche Odyssee quer durch Spanien - eine unfreiwillige Reise, auf der aus der anfänglichen Antipathie des ungleichen Paares eine tiefe Freundschaft wird...

Miguel Hermoso drehte dieses packendes Road-Movie, das sich vor allem durch seine musikalisch perfekt unterlegten Spannungsmomente auszeichnet: Von Trommeln begleitete Gesänge tragen zur zusätzlichen Dichte atmosphärisch starker Moment bei. Flamenco- und Gitarrenklänge - unter anderem preisgekrönte Kompositionen von Manuel Malou - vervollständigen mit treibenden Rhythmen die temporeichen Verfolgungsszenen des Films, der 2001 mit zwei Goyas, den spanischen Oscars für die beste Originalmusik und die beste weibliche Neuentdeckung prämiert wurde. Mit dem spanischen Shootingstar Laia Marull ("Weine nicht, Germaine") hat Regisseur Miguel Hermoso eine außergewöhnlich präsente Hauptdarstellerin gefunden, die 2004 für ihre berührende Darstellung als geschlagene Ehefrau in "Te doy mis ojos - Take My Eyes" erneut mit einen Goya als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Auch Miguel Hermoso Sohn Arnao gibt in der Rolle des Maxi eine überzeugende schauspielerische Leistung.