Sechs Leute sind von einem ihnen persönlich nicht bekannten Gastgeber zu einem Wochenendaufenthalt in ein im Hochgebirge gelegenes Schloss eingeladen worden: Der amerikanische Ingenieur Hugh Lombard, der Arzt Dr. Edward Armstrong, der Richter Arthur Cannon, der General Sir John Mandrake, der Sänger Mike Raven sowie die berühmte Schauspielerin Ilona Bergen. Vier weitere sind durch eine Agentur engagiert worden: das Hausbesorger-Paar Grohmann, die Sekretärin Ann Clyde und der Detektiv William Henry Blore. Vergeblich aber warten die zehn Anwesenden auf ihren Gast- oder Arbeitgeber, denn der lässt sich nicht blicken. Stattdessen hat er eine Tonbandnachricht für sie: Jeder von ihnen wird eines schweren Verbrechens beschuldigt, das keine Sühne gefunden hat. Jetzt, an diesem Wochenende im blauen Schloss, soll sie die Strafe dafür erreichen - der Tod. Dass es dem geheimnisvollen Unbekannten ernst ist mit seiner Drohung, merken sie bald - das erste Opfer, der Sänger Raven, stirbt an einem vergifteten Drink ...

Der britische Regisseur George Pollock (1907-1979) wurde besonders durch seine zahlreichen Agatha-Christie-Verfilmungen bekannt, man denke nur an die legendären "16 Uhr 50 ab Paddington"-Filme mit Margaret Rutherford. 1965 verfilmte Pollock den 1939 veröffentlichten Agatha-Christie-Bestseller "Ten Little Indians", der in Deutschland zunächst unter dem Titel "Zehn kleine Negerlein" und - weil diskriminierend - später als "Und dann gabs keines mehr" erschien. Pollock hielt sich dicht an die literarische Vorlage und schuf mit internationaler Besetzung und atmosphärisch dichten Schwarzweiß-Bildern einen spannenden "Whodunit"-Krimi. Als Schauspielerin Ilona Bergen ist die seinerzeit auch als Schauspielerin erfolgreiche spätere Sängerin Daliah Lavi ("Der Dämon und die Jungfrau", "Das schwarz-weiß-rote Himmelbett", "Zwei Wochen in einer anderen Stadt") zu bewundern, das Bondgirl Shirley Eaton ("James Bond 007 - Goldfinger") gibt die Sekretärin Ann Clyde. "Geheimnis im blauen Schloss" war nach "Das letzte Wochenende" (1945) von René Clair die zweite Adaption des Christie-Klassikers und sollte nicht die letzte bleiben, denn Peter Collinson drehte 1974 "Ein Unbekannter rechnet ab" und Alan Birkinshaw 1989 "Death on Safari".

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