Christchurch in Neuseeland, 1952: Zwischen Juliet und Pauline, zwei Teenagern völlig unterschiedlicher Herkunft, entwickelt sich eine Freundschaft. Der Park von Juliets Eltern und der nahe Wald sind ihr bevorzugtes Spielgebiet: Hier ziehen sich Pauline und Juliet schon einmal übermütig bis auf die Unterwäsche aus, hier geraten sie abends im Schein von Dutzenden von Kerzen ins Schwärmen. Die Beziehung der beiden wird immer enger. Das sehen ihre Eltern gar nicht gern und wollen den Girls den Umgang miteinander verbieten. Das Duo jedoch zieht sich immer weiter in eine Traumwelt zurück und beschließt, ihren Widerstand gegen die Gesellschaft mit einem furchtbaren Verbrechen zu dokumentieren ...

Der spätere "Titanic"-Star Kate Winslet in seiner ersten großen Kinorolle. Als pausbäckige Teenie-Kiwi rebelliert sie gegen die engstirnige und spießbürgerliche Welt der "roaring fifties" im fernen Neuseeland. Frei von moralischer Wertung erzählt Regisseur Peter Jackson einen poetisch-psychologischen Thriller über die oft banalen Ursachen des "Bösen". Die Aufzeichnungen der beiden Hauptdarstellerinnen bilden den roten Faden in der ausgewogen komponierten Gesellschaftskritik, die 1994 mit dem Silbernen Bären bei den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet wurde. Peter Jackson inszenierte den Thriller nach dem authentischen Parker-Hume-Mordfall, der 1954 ganz Neuseeland in Aufregung versetzte.

Foto: ZDF/Pierre Vinet