Barbaras Sohn Abram, ein 20-jähriger Mechaniker, ist homosexuell. Im Dorf spricht sich so etwas schnell herum. An Sticheleien wird nicht gespart. Besonders seit er in Landshut im Knast gewesen ist, wegen "ganz warmer Dinge". Die moralische Ordnung gerät durcheinander. Abram macht sich nützlich mit der Reparatur von Erntemaschinen und überhört geduldig Hohn und Spott. Hannelore, das "Dorfluder", Dienstmädchen des Bürgermeisters, macht sich an Abram heran. Seine Mutter wehrt sich gegen diese Verbindung - schließlich ist bekannt, dass die mit jedem ins Bett geht, auch gegen Bezahlung. Hannelore will Abram etwas Wichtiges mitteilen. Dazu kommt es aber nicht, da sich die Dorfbewohner gegenseitig aufputschen und Abram beschimpfen und ihn vertreiben, wo immer er auftaucht. Als Hannelore schließlich dazu kommt, Abram zu sagen, dass sie von ihm schwanger ist, rastet er aus und würgt sie in einem Anfall von Ekel und Hass, bis sie zusammensackt. Eine makabre Hetzjagd beginnt ...

Peter Fleischmann ("Die Hamburger Krankheit") drehte diese realistische Analyse latenter Vorurteile 1968 nach einem Theaterstück von Martin Sperr, der auch die Hauptrolle spielt. Dieser herbe sozialkritische Film, der die Moralvorstellungen einer bayrischen Landbevölkerung auf Schlimmste demaskiert, wurde übrigens von dem Niederländer Rob Houwer produziert. Houwer ist ein Mitbegründer des Neuen Deutschen Films.



Foto: Kino Kontrovers