Fabio, Sohn des Untersuchungsrichters Sola, steckt in der Klemme: Bei einem Zusammenstoß von Studenten mit der Polizei hat er im Affekt einen Gesetzeshüter erschlagen. Er gesteht seinem Vater die Tat, um einen Justizirrtum an seinem Freund Massimo zu verhindern. Er will sich jedoch erst dann stellen, wenn mit der gleichen Intensität nach dem Mörder eines Studenten gefahndet wird ...

Der italienische Regisseur Mauro Bolognini ("Die Kameliendame", "Bel Antonio") drehte diesen nur mäßigen spannenden wie unspektakulären Mix aus Politthriller und Drama, der vor der Hintergrund des von Studentenunruhen geplagten Italiens der frühen Siebzigerjahre den damaligen Konflikt in eine gutbürgerliche Familie trägt. Martin Balsam gibt den gesellschaftlich anerkannten Richter, der sich eines Tages mit der schrecklichen Tat seines Sohnes konfrontiert sieht. Zwar ist dies ein interessantes, weil relativ objektives Zeitbild, doch Bolognini bezieht keinerlei politische Stellung und belässt es schließlich bei der Darstellung des Generationenkonflikts. Drehbuchautor Ugo Pirro (zusammen mit Ugo Liberatore) hatte zuvor die Vorlagen für deutlich kritischere Filme wie "Don Mariano weiß von nichts"(1967) und "Der Garten der Finzi Contini" (1970) geliefert.

Foto: ARD/Degeto