Die Leiche eines Rentners wird im Kofferraum eines Schrottautos gefunden. Katrin König (Anneke Kim Sarnau, Foto, mit Charly Hübner) und Alexander Bukow tauchen bei ihren Ermittlungen in das Milieu von Müll- und Schrottsammlern ein. Dabei stoßen sie auf ein Geflecht von menschlichen Schicksalen. Was zunächst nach dem Mord an einem Obdachlosen aussieht, entpuppt sich als Erpressungsfall im Zusammenhang mit illegalen Sondermüllentsorgungen auf der Rostocker Mülldeponie. Doch wer erpresst hier wen, und wer hat ein Motiv, einen alten, mittellosen Rentner umzubringen?

Der vierte Rostocker "Polizeiruf 110" schließt nahtlos an die Qualität der drei Vorgänger ("Polizeiruf 110 - Einer von uns", "Polizeiruf 110 - Aquarius", "Polizeiruf 110 - Feindbild") an. Getragen vom guten Spiel der beiden so gegensätzlichen wie unkonventionellen Ermittler, die von Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner einmal mehr gekonnt mit Leben gefüllt werden, trumpft auch dieser Fall mit atmosphärisch dichter Milieu- und schlüssiger Figurenzeichnung auf. Allerdings kommt in dieser Episode, die Krimi-Spezialist Christian von Castelberg ("Der Tote im Spreewald", "Bella Block - Weiße Nächte") nach einem Drehbuch von Wolfgang Stauch ("Unter Verdacht - Laufen und schießen", "Marie Brand und das mörderische Vergessen") inszenierte, auch die Spannung nicht zu kurz. Inzwischen ist der Rostocker Polizeiruf längst ein Quotengarant, denn mit regelmäßig weit über sieben Millionen Zuschauern fesselt er eben so viele Zuschauer vor dem Fernseher wie etwa gute "Tatort"-Folgen.

Foto: NDR/Christine Schröder