Viele Jahre lang war Peter als Bauleiter in der ganzen Welt unterwegs. Nun tritt er den Vorruhestand an, eine Zeit, die er nutzen will, um einen Roman zu schreiben und mit seiner Frau Charlotte zu reisen. Sehr schnell aber ist der charmante Machertyp mit der neuen Lebenssituation überfordert: Charlotte, die noch immer erfolgreich im Berufsleben steckt, hat kaum Zeit. Und mit seinem Roman kommt er auch nicht voran und überhaupt fällt ihm zu Hause die Decke auf den Kopf. Als Charlotte dann auch noch ein lukratives Jobangebot aus Brüssel bekommt, sucht Peter Trost bei der jungen, sympathischen Kellnerin Jenny - und setzt damit seine Ehe aufs Spiel ...

Ein Mann in der Krise - man sollte meinen, wieder eine dieser oberflächlichen Regiearbeiten um ein bereits schon häufig abgehandeltes Thema. Doch weit gefehlt, Regisseur Matthias Tiefenbacher verarbeitete dieses Thema in einer gelungenen Beziehungskomödie mit ernsten Zwischentönen. Dies ist vor allem dem differenzierten Spiel des hervorragend aufspielenden Hauptdarsteller-Paars Peter Sattmann und Jutta Speidel zu verdanken, die ihre Protagonisten gekonnt die nötige psychologische Tiefe verleihen und sie an keiner Stelle überzeichnen. Das glaubwürdige Drehbuch lieferte die als Darstellerin bekannte Edda Leesch, die hier nach "Der Preis der Wahrheit" (2003), "Von Müttern und Töchtern" (2007) und "Der Mann an ihrer Seite" (2008, Regie ebenfalls Tiefenbacher) einmal mehr beweist, dass sie nicht nur gut schauspielert, sondern auch gute Geschichten zu erzählen weiß.

Foto: ARD/Degeto/Katrin Knoke