Claude-Oliver Rudolph

Claude-Oliver Rudolph
Geboren: 30.11.1956 in Frankfurt a.M., Deutschland

Gleich ob Türsteher, Rausschmeißer, Zuhälter oder Schläger - wenn ein Mann fürs Grobe gesucht wird, dann ist der breitschultrig-untersetzte Karatemeister (schwarzer Gürtel) mit dem pockennarbigen Gesicht erste Wahl. Kein TV-Krimi mit Gütesiegel wie "Der Schattenmann" (1995) oder Dieter Wedels Strich-Epos "Der König von St. Pauli" (1998), in dem der in Bochum aufgewachsene Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor nicht eine Tür eintritt, zur Wumme oder zum Baseballschläger greift.

Claude-Oliver Rudolph ist der Film-Fiesling vom Dienst und als solcher hat er es weit gebracht - bis hin zum Gegenspieler des weltberühmtesten aller Agenten in "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug" (1999). Damit hat der Sohn eines Kürschners zum Sprung nach Hollywood angesetzt, ein lange gehegter Wunsch. Begonnen hatte klein Oliver als Hänfling im Ruhrgebiet, den die Mitschüler wegen seines feinen, französich-klingenden Vornamens aufzogen. Nicht lange. Rudolph legte sich in Selbstverteidigungs- und Karatekursen ins Zeug und verschaffte sich Respekt. Auch mit seinem frühen, zielstrebigen Berufswunsch, Schauspieler zu werden:

Im Alter von 15 Jahren dreht er Schmalfilme, als 18-Jähriger feiert er unter seinem Entdecker Peter Zadeck in Bochum sein Schauspiel-Debüt. Wenig später gibt er sein Studium für Schauspielunterricht am renommierten Lee Strasberg Actors Studio in New York auf. Bis zum Start seiner Filmkarriere Anfang der Achtziger werden die Freie Volksbühne Berlin, die Alte Oper und das Theater am Turm in Frankfurt sowie das Prinzregententheater München als Stationen des Schauspielers genannt.

Dass Rudolph mehr drauf hat als den Schlägertyp, bewies er 1983 als rebellierender Bergmann Bruno Kruska in dem TV-Mehrteiler "Rote Erde" (Auszeichnung als bester Nachwuchsschauspieler) und in der Rolle des Nazi-Kreisleiters in Joseph Vilsmaiers Bauernhistorie "Herbstmilch" (1988) oder als Krebspatient in dem Ruhrpott-Drama "Liebe mich bis in den Tod" (1998), für das er auch das Drehbuch schrieb. Eine kleine Schwitz-Rolle war sein Maschinist Arno in Wolfgang Petersens Unterwasser-Thriller "Das Boot" (1981). 1999 stand Rudolph als Tambourmajor in Georg Büchners "Woyzeck" auf der Bühne. Als Filmregisseur trat Rudolph erstmals 1993 für das Ruhrpott-Boxer-Melodram "Ebbies Bluff" in Erscheinung. Als Theater-Regisseur sorgte er 1999 mit der Berliner Inszenierung "Mein Freund Hitler" des japanischen Nationalisten Yukio Mishima am Brandenburger Theater für (Negativ-)Schlagzeilen.

Claude-Oliver Rudolph lebt im Elsass. Er ist mit der Schauspielerin Sabine von Maydell verheiratet (seit 2004 leben die beiden getrennt) und Vater der Tochter Oona-Lea und des Sohns Davide-Lino. Weitere Filme mit Claude-Oliver Rudolph: "Palermo oder Wolfsburg" (1980), "Strommberg - Die letzte Nacht", "Operation Leo" (beide 1981), "Ungleicher Lohn" (1982), "Alpha City" (1985), "Die Reise" (1986), "Blinde Leidenschaft" (1986), "Kinder aus Stein" (1987), "Ex und hopp - Ein böses Spiel um Liebe, Geld und Bier" (1990), "Der schwarze Fluch - Tödliche Leidenschaften" (1994), "In uns die Hölle", "Zwischen zwei Männern - Die Liebe einer Frau"), "Der kalte Finger" (alle 1995), "Alles nur Tarnung", "Tresko - Amigo Affäre" (beide 1996), "Die Posträuber", "Die Angst in meinem Herzen" (beide 1998), "Der Verleger" (2000), "Novaks Ultimatum", "Amundsen, der Pinguin" (beide 2003), "Chaostage" (2008), "Kopf oder Zahl" (2009), "Gegengerade" (2010), "Tatort - Eine Handvoll Paradies" (2013).

Zur Filmografie von Claude-Oliver Rudolph
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