Ornella Muti

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Alle sind doch verrückt nach mir! Ornella Muti
Francesca Rivelli
Geboren: 09.03.1955 in Rom, Italien

Schon als Teenager begann Ornella Muti ihre Karriere als Fotomodell für illustrierte Romane. Erste Auftritte in Spielfilmen hatte sie schon Anfang der 70er Jahre, unter anderem in "Recht und Leidenschaft" (1970) von Damiano Damiani. Darin spielt sie ein entführtes Mädchen. Andere frühe Filme sind "Ein Sommer voller Leidenschaft" (1971) oder "Die Nonne von Verona" (1972). Dann kam Marco Ferreri, der zu dieser Zeit schon voll auf seinem Scheußlichkeitstrip war, und besetzte sie neben Gérard Depardieu und Michel Piccoli in seinem Schocker "Die letzte Frau" (1975), der mit einer Kastrationsszene endet.

Der Film war Müll, aber auf Ornella Muti war man international aufmerksam geworden. In der Folgezeit bevorzugte sie leichte Komödien, wobei sie mit Macho-Rauhbein Adriano Celentano recht gut harmonierte. Typisch für das Zusammenspiel der beiden ist die Szene aus "Der gezähmte Widerspenstige" (1980), wo Celentano ihr mit voller Wucht und mit voller Absicht einen Blecheimer vor den Schädel schlägt und sich dann darüber beklagt, der Eimer könne gelitten haben. Ein anderer bekannter Film aus dieser Zeit ist "Gib dem Affen Zucker" (1981), wieder inszeniert von Celentanos Hausregisseuren Castellano & Pipolo. Darin spielt sie eine Prinzessin, die durch Rom streift und dabei einen rüpelhaften Busfahrer kennenlernt. Der Film kupfert kräftig bei "Ein Herz und eine Krone" (1953) mit Audrey Hepburn und Gregory Peck ab, ist aber auf seine Weise sehr spaßig.

Daneben griff sie auch anspruchsvolle Projekte dankbar auf, zum Beispiel Volker Schlöndorffs Marcel-Proust-Verfilmung "Eine Liebe von Swann" (1983) mit Jeremy Irons, Alain Delon und Fanny Ardant. Doch ihre Auswahl war nicht immer glücklich: Wieder mit Marco Ferreri drehte sie die missratene Bukowski-Verfilmung "Ganz normal verrückt" (1980) mit Ben Gazzara. Unter der Regie von Pasquale Festa Campanile spielte sie mit Andréa Ferréol und erneut zusammen mit Ben Gazzara in "Das Mädchen von Triest" (1982), einer kunstgewerblichen Schmonzette um die Liebe eines Comic-Zeichners zu einer seelisch labilen und depressiven Frau. Weitaus besser war Francesco Rosis "Chronik eines angekündigten Todes" (1987) nach einem Roman von Gabriel Garcia Marquez. Ihre Filmpartner waren hier der inzwischen zum Hollywood-Star aufgestiegene Rupert Everett und der viel zu früh verstorbene italienische Charakterdarsteller Gian Maria Volonté.

Fließend wuchs Ornella Muti von ihren Vamp- und Sexbombenrollen inzwischen auch in Mutterrollen hinein. So stand sie in dem einfühlsamen "Warte bis zum Frühling, Bandini!" (1989, von Dominique Deruddere) an der Seite von Joe Mantegna und Faye Dunaway als Mutter eines Halbwüchsigen vor der Kamera. In der weithin allzu leichtfertig heruntergemachten Komödie "Oscar - Vom Regen in die Traufe" (1991) spielte sie, als Gattin von Sylvester Stallone, die Mutter von Marisa Tomei, die im wirklichen Leben nur neun Jahre jünger ist.

1998 agierte sie in der deutschen Beziehungskomödie "Widows - Erst die Ehe, dann das Vergnügen" von Sherry Hormann. An ihrer Seite spielten Katja Flint, Eva Mattes und Uwe Ochsenknecht. Das Ergebnis war - wie bei deutschen Beziehungskomödien durchaus normal - ein vollständiges Desaster. 1998 spielte sie an der Seite von Louise Lombard, Thomas Kretschmann, F. Murray Abraham und Jürgen Prochnow in "Die Bibel - Esther" und im gleichen Jahr stand sie zusammen mit ihrer Tochter Naike Rivelli sowie Guillaume und Gérard Depardieu in der erfolgreichen Neuverfilmung "Der Graf von Monte Christo" vor der Kamera.

Weitere Filme mit Ornella Muti (Auswahl): Georges Lautners Polit-Thriller "Der Fall Serrano" (1977) mit Alain Delon und Stéphane Audran, Dino Risis Psycho-Thriller "Das rote Zimmer" (1977) mit Ugo Tognazzi und Patrick Dewaere, Tonino Cervis Melodram "Die nackte Bourgeoisie" (1978) mit Senta Berger, Dino Risis Komödie "Ein Sack voller Flöhe" (1979), "Viva Italia" (1979) mit Vittorio Gassman und Alberto Sordi, James Tobacks "Geld und Liebe" (1980) mit Ray Sharkey, Klaus Kinski und Armand Assante, Michael Hodges' Comic-Verfilmung "Flash Gordon" (1980) mit Sam J. Jones, Max von Sydow und Timothy Dalton, Marco Ferreris "Zukunft heisst Frau" (1984) mit Hanna Schygulla, Gianfranco Mingozzis "Die Liebhaberin" mit Philippe Noiret, Jerry Londons "Michelangelo" (1989), Ettore Scolas "Die Reise des Capitan Fracassa" (1990) mit Massimo Troisi, Vincent Pérez und Emmanuelle Béart, "Jahrezeiten der Liebe" (1991) mit Philippe Noiret und Bruno Ganz, Eugene Levys "Es war einmal ein Mord" (1992) mit John Candy, James Belushi, Cybill Shepherd und Sean Young, "Pour rire! - Es darf gelacht werden" (1996) mit Jean-Pierre Léaud, "Jet Set" (2000) von Fabien Onteniente, "Last Run - In den Fängen des Verrats" (2001) mit Armand Assante sowie die Lucas-Belvaux-Trilogie "Ein tolles Paar", "Auf der Flucht", "Nach dem Leben", "Uomini e donne, amori e bugie" (alle 2002), "The Tulse Luper Suitcases", "Sag einfach ja", "Der Partykönig von Ibiza" (alle 2004), "Das Herz ist eine hinterlistige Person" (2005), "Les bronzés 3, amis pour la vie!", "Corpus Dei - Der blutige Weg Gottes" (beide 2006), "SOKO 5113: Vendetta" (2010), "To Rome With Love" (2012).

Zur Filmografie von Francesca Rivelli
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