Sterling Hayden

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Harter Bursche in ebensolchen Filmen: Sterling Hayden
Sterling Relyea Walter
Geboren: 26.03.1916 in Montclair, New Jersey, USA
Gestorben: 23.05.1986 in Sausalito, Kalifornien, USA

"Er ist 1,95 groß, wiegt zwei Zentner, und wenn sie mal sein Gesicht gesehen haben, werden sie es nicht vergessen." So beschreibt Elliott Gould, der Philip Marlowe in Robert Altmans Raymond-Chandler-Film "Der Tod kennt keine Wiederkehr", Sterling Hayden. Gould meint zwar seinen Gegenspieler, den alkoholsüchtigen Schriftsteller Roger Wade, den Hayden spielt, doch er trifft genau den Charakter des Mannes, von dem Stanley Kubrick 1956 sagt: "Das ist ein großer Schauspieler. Was paradox erscheinen mag: Dieser wunderbare Darsteller spielt gar nicht gerne."

Nach dem brutalen Killer in John Hustons "Asphaltdschungel" (1949), der Titelfigur in Nicholas Rays "Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen" (1954) ist sein gerissener Bandenführer in Kubricks "Die Rechnung ging nicht auf" (1956) eine seiner interessantesten frühen Rollen. Hayden beginnt als Matrose und Kapitän zur See, ist einer, der sich immer wieder auf die Meere zurückzieht. Im Zweiten Weltkrieg dient er bei den Marines, springt mit dem Fallschirm über Jugoslawien ab, ist amerikanischer Verbindungsoffizier bei den Partisanen Titos. Von hierher rührt auch seine Sympathie für die Kommunisten, zu denen er sich später in Hollywood bekennt.

Gemeinsam mit Regisseuren wie John Huston, Billy Wilder und William Wyler und den Schauspielern Henry Fonda und Gregory Peck, Lauren Bacall und Humphrey Bogart arbeitet er in dem Komitee für den ersten Verfassungszusatz (1949), das sich gegen das antikommunistische Komitee des Senators McCarthy wendet. Er steht auf dessen Schwarzer Liste und verachtet sich später selbst, dass er - ähnlich wie John Garfield - doch umgekippt ist und auch Namen von Kollegen preisgegeben hat. In seinem autobiografischen Roman "Der Wanderer" (1963) sagt er eindeutig, dass er alle Menschen beneidet, die "identisch mit ihrer Überzeugung handeln und leben können". Wie Joseph Losey und Stanley Kubrick verlässt er die USA und geht nach England.

Hayden spielte über 60 Rollen und blieb in Erinnerung als ein "Außenseiter, der unter der Oberfläche ausgeglichener Abgeklärtheit wildes Aufbegehren" zeigt. Gern lässt er sich als der starke Mann einsetzen, als der Gangster, der sein Handwerk beherrscht, der doch immer auch ein menschliches Gesicht zeigt. Und so wurde er einer der Prototypen des "Schwarzen Films", als Held wider Willen, der aussteigen möchte.

In John Hustons "Asphaltdschungel" ist es die Rolle des Gangsters, der im Grunde der Gewalt absagen möchte, der sich zurücksehnt nach dem, was ihn in der Kindheit geprägt hat. Hayden ist der seltsame Fremdling in Nicholas Rays poesievollem Western "Johnny Guitar", eine seiner symphatischsten Rollen, er ist der, der sich ohne Waffengewalt durchschlägt. Er spielt den Walfänger, den es in "Sturm über Texas" (1957) von Joseph H. Lewis in den Westen verschlagen hat. Und zu seinen wundervollen Rollen gehört auch der verrückte General Ripper in Stanley Kubricks "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1963). Und später, in "Der Tod kennt keine Wiederkehr" (1974) ist er der Schriftsteller, der Außenseiter und Trinker.

In Francis Ford Coppolas "Der Pate" (1972) spielt er einen korrupten Polizisten. Auch in Bernardo Bertoluccis Epos "1900 - Gewalt, Macht, Leidenschaft" (1975) und der erfolgreichen Westernserie "Die Blauen und die Grauen" ist er dabei. Seine letzten Filmauftritte hat er schließlich in Deutschland: Wolf-Eckart Bühler dreht 1982 über ihn den Dokumentarfilm "Leuchtturm des Chaos" und ein Jahr später Haydens Biographie "Der Havarist" (1983).

Ein merkwürdiges Verhältnis hat Sterling Hayden zu seinen eigenen Filmen, er liebt das Spielen und flieht zugleich auf die Meere, später in Europa lebt er auf Hausbooten, räsonnierend, ein ewiger Desperado. Wie sein Held Johnny Guitar.

Weitere Filme mit Sterling Hayden: "El Paso, die Stadt der Rechtlosen" (1949), "Die roten Teufel von Arizona" (1951), "Die Piratenlady", "Eine abenteuerliche Frau", "Lady Rotkopf", "Sturmgeschwader Komet", "Terror am Rio Grande" (alle 1952), "Kansas Pazifik", "Von der Polizei gehetzt" (beide 1953), "Prinz Eisenherz", "Schwaches Alibi" (beide 1954), "Der Rächer vom Silbersee", "Die Barrikaden von San Antone", "S.O.S. - Flieger nach vorn", "Unbesiegt", "Unternehmen Pelikan" (alle 1955), "Am Strand der Sünde" (1956), "Das war Mord, Mr. Doyle", "Der Sadist", "Zehn Tage nach Tulara", "Sturm über Texas" (alle 1957), "Der Killer und die Dirne" (1968), "Kommando Cobra" (1971), "Verrückt und gefährlich", "Zwiebel-Jack räumt auf" (beide 1975), "The Outsider" (1979), "Warum eigentlich ... bringen wir den Chef nicht um?" (1980) und "Die schwarze Mamba" (1981).

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