20.07.2020 Arzt-Kolumne

Beim Sport die Zähne richtig schützen

Von Frank Meckbach
Dr. med. Frank Meckbach ist niedergelassener Zahnarzt in Frankfurt am Main und spezialisiert auf Implantologie, Parodontologie und Sportzahnmedizin.
Dr. med. Frank Meckbach ist niedergelassener Zahnarzt in Frankfurt am Main und spezialisiert auf Implantologie, Parodontologie und Sportzahnmedizin. Fotoquelle: privat

Besonders für Kinder und Jugendliche ist Bewegung und Sport die Voraussetzung für eine positive Entwicklung. In meiner Praxis sehe ich aber auch sehr viele Sportverletzungen, bei denen die Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden.

"Ich bin einfach nur mit meinem Teamkameraden unglücklich zusammengestoßen", erklärte mir vor wenigen Tagen ein 17-jähriger Badmintonspieler. Ein professioneller Mundschutz hätte ihn vor den Schäden im Frontzahnbereich bewahrt. Mundschutz war bis vor Kurzem nur im Kontaktsport verbreitet, setzt sich aber immer mehr im Breitensport durch. Aus meiner täglichen Arbeit als Zahnarzt weiß ich um die Schwere der Zahnverletzungen, die durch Sport verursacht werden können. Bei Jugendlichen werden oft für große Summen Zähne kieferorthopädisch in einen perfekten Zustand gebracht, danach wird aber oft vergessen, die Zähne wirksam zu schützen.

Fast jede Frontzahnverletzung, auch bei älteren Menschen, die wir in der Praxis sehen, ist durch Sport verursacht. Ein Mundschutz wäre eine bessere Investition gewesen, als Zähne zu verlieren und sie durch Implantate oder Brücken ersetzen zu müssen.

HALLO WOCHENENDE!
Noch mehr TV- und Streaming-Tipps, Promi-Interviews und attraktive Gewinnspiele: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Ein guter Mundschutz zeichnet sich dadurch aus, dass er perfekt an den Zähnen und dem Knochen anliegt. In der Regel wird er auf den Oberkiefer gesteckt und hat ein richtiges Profil zum Zubeißen. Dadurch kann der Sportler mit dem Sportschutz frei atmen und sprechen, er fällt nicht heraus. Sehr einfache Mundschutze, die in heißem Wasser weich gemacht werden und dann in den Mund gesteckt geformt werden, sind oftmals frustrierend. Sie fallen heraus, der Sportler kann nicht damit sprechen, und sie behindern, weil man sich auf den Mundschutz in irgendeiner Form konzentrieren muss.

Ein professioneller Mundschutz vom Zahnarzt wird ähnlich hergestellt wie der Abdruck für eine Zahnspange beim Kieferorthopäden. Dieser muss den besonderen Ansprüchen an einen Sportschutz genügen. Das gelingt in aller Regel nur, wenn er mit ärztlicher Erfahrung und Fachwissen hergestellt wird.

Das könnte Sie auch interessieren