Klinikbehandlungen können mitunter Folgen haben, die man gar nicht erwartet: Es gibt Patienten, die nach einer schweren Operation trotz Genesung nicht mehr in den Alltag zurückfinden. Vorher ist man noch ganz gut zurechtgekommen – und mit dem Eingriff kam die Veränderung. Der Betreffende ist zunehmend verwirrt und zieht sich zurück. "Delir" – das ist die medizinische Bezeichnung für eine unspezifische Reaktion des Gehirns auf schwere Erkrankungen in Kombination mit Narkosen oder Medikamentengaben.

Vertraute Atmosphäre im Krankenzimmer

Treffen kann es Menschen jeden Alters, wenn der Eingriff schwer ist. Allerdings sind ältere Menschen dafür besonders anfällig. So tritt ein Delir nach einer Operation beim Bruch des Hüftgelenks nahezu bei jedem Zweiten auf, der über 65 Jahre alt ist. Jeder Zweite, der an dem Verwirrtheitszustand erkrankt ist, erreicht selbst ein Jahr nach dem Eingriff nicht mehr seine vorherige Verfassung. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, vor einer Operation eine Medikamentenanalyse zu machen, da es Arzneimittel gibt, die das Delir verstärken.

Das soll jetzt keine Angst vor einer notwendigen Operation im Alter machen. Berücksichtigen Sie nur: Es ist ausgesprochen förderlich, wenn das Umfeld mit einbezogen wird. Das hilft, einem Delir vorzubeugen.

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass nach dem Eingriff vertraute Menschen um den Erkrankten herum sind. Patienten nehmen gerne Fotos von zu Hause mit ins Krankenzimmer. Entscheidend ist zudem, gewohnte Situationen fortzuführen und seinen eigenen Rhythmus auch jenseits der festen Krankenhaus-Abläufe zu leben.

Spezialisten für Demenz helfen weiter

Da das Delir noch nicht umfassend erforscht ist, existiert auch noch keine wirksame medikamentöse Behandlung. Aber es gibt mittlerweile eine Reihe von Häusern, die sich auf die Behandlung älterer Menschen, die demenzgefährdet sind, spezialisiert haben. Bei diesen "demenzsensiblen" Einrichtungen wird besonders auf entsprechende Vorbeugung gesetzt.