Ende des 20. Jahrhunderts glaubte man noch, die großen Erkrankungen der Vergangenheit durch Vorsorge und Errungenschaften der modernen Medizin weitgehend im Griff zu haben. Leider eröffneten sich durch diese Fortschritte aber neue Probleme. Die Menschen werden viel älter und erleiden Krankheiten, die man zuvor in diesem Ausmaß überhaupt nicht kannte. Ein Beispiel hierfür ist die Demenz.

Bei der häufigsten Form der Demenz vom Alzheimertyp kommt es zu Ablagerungen fehlerhafter Proteine in den Hirnzellen, was im Weiteren zum Absterben dieser Zellen und somit zur Degeneration der Hirnsubstanz führt. Hierdurch entstehen Einschränkungen, die die Menschen insbesondere in ihrer täglichen Aktivität deutlich beeinträchtigen.

Man schätzt, dass heute circa 1,4 Millionen Demenzkranke in Deutschland leben, für 2050 wird eine Zahl von drei Millionen vorhergesagt.

Trotz dieser Entwicklung und laufender intensiver Forschung gibt es aktuell nur Medikamente, die lediglich die Folgeerscheinungen der Erkrankung abmildern, aber die eigentliche Ursache unberührt lassen. Umso wichtiger sind daher ergänzende, sogenannte komplementäre Maßnahmen bei der Therapie.

Diese bestehen aus medizinischer Sicht zunächst aus physiotherapeutischen (Gangstörung etc.), ergotherapeutischen (apraktische Störungen etc.) und logopädischen (Sprach- und Sprechstörungen) Maßnahmen. Darüber hinaus sind aber auch die Anleitung des Patienten im Alltag und das Training der Angehörigen für ein Leben mit Demenzpatienten von größter Bedeutung.

Zusammengefasst stellt die Demenz eine große und wahrscheinlich in naher Zukunft noch größer werdende Herausforderung nicht nur an die Medizin, sondern auch an die verantwortliche Sozialpolitik und die Kostenträger im Gesundheitswesen dar, die angesichts der Komplexität der Erkrankung nur mit einer gemeinsamen großen Kraftanstrengung für Patienten und Angehörige erfolgreich und würdig gemeistert werden kann.