Die gute Nachricht zuerst: Jeder kann vorbeugend gegen Diabetes aktiv werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Die schlechte Nachricht: Insbesondere die Erkennung von Vorerkrankungen zum weitverbreiteten Typ-2-Diabetes ist in Deutschland erschwert.

Beispielsweise fehlt es an landesweiten Erhebungen. Mit etwa tausend Neuerkrankungen pro Jahr ist Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn trauriger Spitzenreiter. Das lässt sich ändern – und jeder Betroffene kann mitmachen.

Dem Typ-2-Diabetes geht nämlich häufig ein sechs- bis zehnjähriger Prädiabetes voraus. Wird diese Vorerkrankung erkannt, bestehen reelle Chancen, die Ausbildung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern.

Ganz wichtig dabei: Auch wer seine Werte regelmäßig prüfen lässt, sollte bei dem Satz "Der Zucker ist noch in Ordnung" auf jeden Fall beherzt nachhaken.

Besonders dann, wenn es in der Familie Diabeteserkrankungen gibt, oder bei Übergewicht (Adipositas). Wenn die Nüchternblutzuckerwerte (IFG) und die Glukosewerte (IGT) bereits regelmäßig leicht erhöht sind, gilt man zwar noch nicht als zuckerkrank, aber der "echte" Diabetes ist nicht mehr fern, wie mehrere Studien belegen.

Dauerhafte Steigerung der Mobilität

Das ist kein Grund zur Panik. Im Gegenteil: Die Behandlung mit Medikamenten ist zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch gar nicht erforderlich. Ausreichend ist schon eine dauerhafte Steigerung der Mobilität, mehr Bewegung.

Besondere Hilfsmittel sind dabei nicht erforderlich. Wir haben es selbst in der Hand, besser gesagt in den Beinen. Zügiges Gehen – 150 Minuten, verteilt auf drei oder fünf Tage in der Woche – ist sehr hilfreich.

Wer das umsetzt, kommt der nächsten Empfehlung automatisch ein gutes Stück näher: einer moderaten Reduzierung des Körpergewichts. Die Kombination aus regelmäßiger Bewegung und Gewichtsabnahme tut gut und eröffnet die Chance, dem Schrecken einer "echten" Diabetes-Erkrankung zu entgehen.