Mittlerweile gibt es verschiedene Süßungsmittel auf dem Markt. prisma stellt die wichtigsten Trend-Produkte vor

Weiß, süß und in großen Mengen ungesund: Zucker. Er ist immer noch das Süßungsmittel Nummer 1 in Deutschland – und versteckt sich in vielen Lebensmitteln. Oft merkt der Konsument gar nicht, dass er ihn zu sich nimmt. Zwar sind kleine Mengen unbedenklich, ein hoher Zuckerkonsum aber kann zum Problem werden. Zahnärzte warnen schon lange vor den Folgen für Zähne, und auch Diabetes und Fettleibigkeit können durch zu viel Zucker ausgelöst oder verstärkt werden. Damit einher geht zudem ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), den täglichen Konsum auf sechs Teelöffel zu beschränken. Darin nicht enthalten ist der natürliche Zucker in Obst, Gemüse und Milch, da es dort laut WHO keinen Hinweis auf gesundheitsschädliche Auswirkungen gibt. Auf Kritik stößt die WHO-Empfehlung allerdings bei der Lebensmittelindustrie. Sie nennt die Empfehlung eine "Scheinlösung", da Übergewicht nicht allein durch die Ernährung verursacht werde.

Trotzdem hat die Diskussion über die Auswirkungen des Zuckers längst zu einem Umdenken bei vielen Verbrauchern geführt – Alternativen sind gefragt. Der Trend geht zu gesünderen Süßungsmitteln wie Kokosblütenzucker, Dattelsirup, Zuckerrohrsaft, Melasse oder Rote-Bananen-Pulver. Sie liegen zwar vom Preis her deutlich über dem weißen Zucker und sind nicht so vielseitig einsetzbar, haben dafür aber andere Qualitäten.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker wird nachgesagt, er enthalte viele Mineralien. Repräsentative Studien dazu gibt es aber nicht. Gleiches gilt für die Behauptung, er sei unbedenklich für Diabetiker. Dafür hat das auch Kokoszucker genannte Süßmittel den Vorteil, wie weißer Zucker eingesetzt werden zu können. Allerdings schreckt der hohe Preis von bis zu 15 Euro für 500 Gramm viele Konsumenten ab. Und der kommt nicht von ungefähr, denn die Herstellung ist aufwändig: Der Zucker wird aus Kokosblüten gewonnen, die von Hand angeschnitten werden. Der austretende Saft wird aufgefangen, gesiebt, eingekocht und eingedickt, bis er kristallisiert. Schließlich muss der Zucker noch gemahlen werden. So behandelt, entwickelt Kokosblütenzucker ein feines Karamellaroma. Durch seinen niedrigen Schmelzpunkt eignet er sich besonders zum Süßen von Desserts und Getränken.

Dattelsirup

Deutlich preiswerter als Kokosblütenzucker – zwischen vier und sieben Euro für das halbe Kilo – ist ein in Nordafrika und im Orient verbreitetes Süßungsmittel: Dattelsirup. Er wird aus frischen, entkernten Datteln gewonnen, die zu Sirup eingedickt
werden. Die Herstellung ist so einfach, dass der Sirup ohne viele Zutaten selbst gemacht werden kann: Dafür das Fruchtfleisch von ungesüßten Datteln mit Wasser oder frisch gepresstem Orangensaft mischen und mit einem Mixer so lange zerkleinern, bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Durch seine neutrale Süße mit leichtem Karamellaroma eignet er sich für viele Gerichte. Besonders gut macht er sich als Brotaufstrich, auf Pfannkuchen, in Shakes und auf Vanilleeis. Hier wie dort spielt er seine Pluspunkte aus: Dattelsirup enthält viel Kalium und Kalzium und soll nach einer britischen Studie sogar antibakteriell wirken – ein Forscherteam der Universität Cardiff hat aufgezeigt, dass traditionell hergestellter Dattelsirup das Wachstum von Bakterien massiv hemmen kann.

Zuckerrohrsaft

Zuckerrohrsaft ist ein preiswerter und natürlicher Energy-Drink, der als Erfrischungsgetränk in Südamerika und Südostasien getrunken wird. Er besteht größtenteils aus mit Vitaminen und Mineralien angereichertem Wasser, das den Stoffwechsel ankurbelt. Experten vermuten zudem, dass eine tägliche Menge von acht bis neun Esslöffeln beim Abnehmen hilft und
Entzündungen im Körper verhindern kann. 300 Milliliter kosten etwa einen Euro.

Melasse

Melasse enthält viel Eisen, Kalzium, Magnesium und Kalium, dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe und sieben essenzielle
Aminosäuren. Durch ihren herben Geschmack kann sie als Brotaufstrich oder beispielsweise mit Fruchtessig in einer Vinaigrette genutzt werden. Bereits Christoph Kolumbus bezeichnete die Zuckerrohr-Melasse als die gesündeste und beste Nahrung der Welt, immerhin ist sie ein Konzentrat der wertvollen Inhaltsstoffe, die dem weißen Haushaltszucker bei der Herstellung entzogen werden. Trotz der aufwändigen Herstellung gibt es ein halbes Kilo bereits ab zwei Euro – und das, obwohl Melasse angesichts ihrer vielen Mineralstoffe auch als Heilmittel angepriesen wird.

Rote-Bananen-Pulver

Einen guten Ruf hat auch das Rote-Bananen-Pulver. Nachdem das Fruchtfleisch der roten Banane zu Mus verarbeitet, getrocknet und gemahlen wurde, bleibt ein Pulver zurück, das viele Nährstoffe – vor allem Betacarotin, Kalium, Eiweiß oder Magnesium – und Ballaststoffe sowie Vitamine enthält. Der kräftige Bananengeschmack macht das duftende Pulver zu einer idealen Zutat für selbst gemachte Müsliriegel. Wer die Extraportion Kraft lieber trinken möchte, kann das Pulver auch in  etwas Wasser oder einen Smoothie rühren. Bei einem Preis zwischen 15 und 25 Euro für 500 Gramm ist es zwar nicht billig – aber hervorragend verdaulich.