17.03.2020 Arzt-Kolumne

Frühlingssonne: Kinder brauchen Schutz

Von Thomas Fischbach
Dr. Thomas Fischbach ist niedergelassener Kinder- und Jugendarzt in Solingen und Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.
Dr. Thomas Fischbach ist niedergelassener Kinder- und Jugendarzt in Solingen und Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Fotoquelle: Fischbach/privat

Endlich Frühling, endlich Sonnenschein, endlich wieder länger draußen spielen! Viele Eltern wundern sich, wenn ich sie bitte, gerade jetzt auf einen guten Sonnenschutz zu achten.

"Aber es ist doch noch lange nicht richtig warm", entgegnete mir die Mutter einer Zweijährigen. Ich erklärte ihr, dass die Intensität der UV-Strahlung im Frühling nicht unbedingt geringer ist als im Hochsommer. Und nach dem Winter muss sich vor allem die zarte Kinderhaut zunächst langsam an die Sonne gewöhnen und vor zu intensiver Strahlung geschützt werden. Wolken bieten übrigens keinen Schutz vor UV-Strahlung. Im Extremfall kann die UV-Strahlung am Boden unter einem teilweise bewölkten Himmel sogar viel stärker sein als unter einem wolkenfreien Himmel. Außer Sonnenschutz ist auch wichtig, immer genügend zu trinken dabei zu haben.

Die Haut vergisst keinen einzigen Sonnenbrand, sie summiert sie. Sonnenbrand kann viele Jahre später zu Hautkrebs führen. Als Sonnenbrand gilt übrigens schon eine leichte Rötung der Haut.

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Eltern sollten für ihre Kinder Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 verwenden und die Kinder idealerweise schon eine halbe Stunde vor dem Verlassen des Hauses gründlich – etwa zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter – eincremen, damit die Creme gut einwirken kann. Neben Beinen, Armen und Gesicht dürfen Nacken und Ohren nicht vergessen werden. Aber: Auch die beste Sonnencreme deckt nicht das gesamte Spektrum der UV-Strahlen ab. Daher ist es wichtig, maßvoll in die Sonne zu gehen. Am besten die Mittagssonne zwischen elf und 15 Uhr meiden.

Um Kopfhaut und Augen gut zu schützen, sind ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille mit UV-400 Kennzeichnung wichtig. Die meisten Kinder mögen es nicht, eingecremt zu werden, und zappeln deshalb. Mein Tipp: Sonnencreme in beide Hände geben, sich hinter das Kind stellen und es eincremen. Falls Eltern sich unsicher über die Intensität der Sonnenstrahlung sind, noch ein Tipp: Der UV-Index des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) informiert über die tagesaktuelle Intensität der UV-Strahlung.

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