Kaum ein Duft vermittelt so viel Behaglichkeit und sorgt für Wohlbefinden wie frisch gebrühter Kaffee – zumindest für Kaffeetrinker. Dabei kann Kaffee noch viel mehr: Durch seinen Wirkstoff Koffein sorgt er auf natürlicher Basis für die bekannte aufmunternde Wirkung.

Der Effekt tritt meistens nach 15 bis 30 Minuten ein und kann mehrere Stunden anhalten. Wie schnell der Wirkstoff im Körper abgebaut wird, unterscheidet sich sehr und ist teilweise genetisch bedingt.

Bei Frauen wirkt die Substanz oft doppelt so lang wie bei Männern. Kinder, junge Menschen und Schwangere reagieren wiederum anders darauf als Ältere. Bei Rauchern sinkt die Konzentration von Koffein im Körper tendenziell schneller als bei Nichtrauchern. Medikamente haben ebenfalls einen Einfluss darauf, wie und wie lange es wirkt. Und Männer werden durch den Stoff besser wach als Frauen, zeigt eine Studie an der Universität Barcelona.

Bei moderatem Konsum soll Kaffee zudem das Risiko senken, etwa an Diabetes Typ 2, Alzheimer, Leberkrebs oder Parkinson zu erkranken. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health wollen sogar in einer im Jahr 2015 veröffentlichten Studie herausgefunden haben, dass Kaffeetrinker länger leben.

Ist Kaffee also eine Wunderwaffe? Wie fast immer in der Medizin gilt: Die Dosis macht das Gift.

Zu viel Kaffee kann die Gesundheit schädigen, beispielsweise durch seine aufputschende Wirkung den Schlaf empfindlich stören. Bei exzessivem Kaffeekonsum berichteten übertreibende Genießer schon über Trugbilder, sogenannte Halluzinationen. Auch sollten Menschen mit Bluthochdruck den Genuss von Kaffee mit ihrem Hausarzt besprechen.

Ob Kaffee gesünder ist als Tee, darüber lässt sich trefflich streiten. Wissenschaftlich ist es noch nicht abschließend untersucht. Meinen Patienten rate ich, es bei zwei Tassen des Muntermachers Kaffee pro Tag zu belassen – und ihn dann aber richtig zu genießen.