Im Kampf gegen Krebs gilt: Je früher die Erkennung gelingt, desto höher sind die Heilungschancen. Bislang läuft die Krebserkennung vorwiegend über die Entnahme von Proben aus dem Tumor selbst oder mit Hilfe von Biopsien aus Metastasen. Je nachdem, wo sich Tumor oder Metastasen befinden, könnte dies jedoch mit einem großen operativen Aufwand verbunden sein und damit zu einer erheblichen Belastung für den Patienten werden.

Mittlerweile gibt es neue Möglichkeiten, mit denen Patienten einen Eingriff umgehen können: In immer mehr Fällen lassen sich Operationen für die Krebsdiagnose durch eine einfache Blutentnahme und die anschließende Untersuchung von zirkulierenden Tumorzellen aus dem Blut im Labor vermeiden. Mit einer sogenannten "Liquid Biopsy" (Flüssigbiopsie) lassen sich Tumorzellen aus einer Blutprobe separieren und untersuchen – eine schonende Alternative zur herkömmlichen Entnahme von Gewebeproben.

Denn: Wie Bakterien und Viren hinterlassen auch Tumorzellen Spuren im Blut. Im Labor lässt sich im Blut so nachweisen, ob eine Krebs erkrankung vorliegt. Durch die regelmäßige Kontrolle des Blutes ist es zudem möglich, den Tumor in seiner Entwicklung engmaschig zu beobachten. Bei diesem Monitoring ist ablesbar, ob und wie der Tumor auf Medikamente anspricht und beispielsweise Resistenzen entwickelt. Entsprechend lässt sich die Therapie kurzfristig anpassen.

Auch im Anschluss an eine Therapie lässt sich durch die Kontrolle des Blutes frühzeitig erkennen, ob nicht doch noch Tumor-Reste im Körper vorhanden sind und ein Patient weiter behandelt werden muss. Da die Methode "Liquid Biopsy" neu ist, haben noch nicht alle gesetzlichen Krankenkassen das Verfahren in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Dementsprechend ist es sinnvoll, dass sich Patienten mit ihrer Krankenkasse vor einer möglichen Behandlung mit dieser Methode in Verbindung setzen.