Wie alle anderen Sinne, kann auch das Hörvermögen mit zunehmendem Alter nachlassen. Die Altersschwerhörigkeit, auch Presbyakusis genannt, ist eine normale Alters erscheinung. Sie setzt etwa ab einem Alter von 50 Jahren ein. Man geht davon aus, dass in Deutschland die Hälfte aller Männer und jede dritte Frau ab 65 davon betroffen ist.

Berufliche Lärmexposition, lautes Hören mit den aktuell wieder populären Kopfhörern, Hypertonie, also Bluthochdruck, und Rauchen können diesen Prozess beschleunigen. Er erfolgt jedoch meist derart schleichend, dass einen oft erst die Mitmenschen auf die Schwerhörigkeit hinweisen.

Vor allem im so genannten Störschall, also zum Beispiel in einem lauten Restaurant, wird es für die Betroffenen immer schwieriger, die Stimme, der man zuhören möchte, aus dem Lärmbrei herauszufiltern. Das ist auf Dauer anstrengend für das Gegenüber, ebenso wie für die Betroffenen. Einige schalten in diesen Situationen im wahrsten Sinne des Wortes "einfach ab", oder sie werden zunehmend unwirsch.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte das Gehör bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht werden. Denn neben der Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit) kommt eine ganze Palette von Erkrankungen als Ursache in Frage. Zudem ist zu beachten, dass ein Aufschieben der notwendigen Hörgeräteversorgung ein Verkümmern der Hörbahn nach sich zieht. Infolgedessen wird die Hörgerätegewöhnung immer mühsamer. Dementsprechend ist hier ein möglichst früher Ansatz wichtig.

Neue Studien belegen außerdem, dass auch eine Demenz bei fehlender Reizung der Hörbahn schneller voranschreiten kann. Bei einem Tinnitus kann das Anheben der Hörschwelle mit einem Hörgerät ebenfalls Wunder wirken.

Meine Empfehlung: Warten Sie nicht, bis das schlechte Gehör im Alltag zur Belastung geworden ist, sondern lassen Sie sich von Ihrem HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker beraten.