Wenn das Kreuz schmerzt, denken viele an den Job. Auslöser kann aber auch das eigene Zuhause sein.

Gut ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch liegend. Je nach Job kommt ein weiteres Drittel sitzend hinzu. Beide Körperstellungen bergen bei falscher Unterlage ein hohes Risiko für den Rücken. Selbst Stehen kann schädlich sein. Immer mehr Arbeitgeber erkennen das und richten rückenfreundliche Arbeitsplätze ein. Und Möbelhersteller wissen: Kunden legen zunehmend Wert darauf, dass Möbel und Gebrauchsgegenstände für zu Hause ergonomisch sind.

Verstellbare Stühle

Weil je nach Sitzposition der Körper unterschiedlich ent- oder belastet wird, ermöglichen ergonomische Sitzmöbel für Küche und Wohnzimmer eine höchstmögliche Bewegungsfreiheit.

Wichtig sind individuell einstellbare Sitzhöhen und Rückenlehnen. Da Küchen- und Wohnzimmertische häufig von mehreren, unterschiedlich großen Bewohnern genutzt werden, ergibt eine verstellbare Höhe dort wenig Sinn. Vielmehr sollte der Stuhl durch zahlreiche Einstellmöglichkeiten an die jeweilige Person angepasst werden. Doch selbst mit dem bequemsten Stuhl ist langes Sitzen nicht gut für die Wirbelsäule.

Wichtig auch: das Kinderzimmer. Die Jüngsten müssen in der Schule schon stundenlang sitzen. Deshalb sollte ihr Arbeitsplatz zu Hause rückenschonend eingerichtet sein. Wie im Büro gehören dazu in Höhe und Neigung verstellbare Schreibtische sowie rückenschonende Stühle. Steht in ihrem Zimmer ein Computer, gibt es dafür ergonomische Tastaturen. Sie haben ein geteiltes Tastenfeld mit je einem Block für die linke und rechte Hand. Dadurch liegen die Hände weiter auseinander und müssen nicht abgewinkelt werden.

Es gibt auch Modelle mit integriertem Mausersatz, die den ständigen Griff zur Maus überflüssig machen. Wer nicht auf die Maus verzichten will, kann ein ergonomisches Modell wählen. Das ermöglicht eine vertikale Haltung der Hand und bewirkt eine geringere Spannung der Arm- und Rückenmuskulatur.

Gesünder schlafen

Wer tagsüber auf seinen Rücken achtet, hat nachts noch mehr Grund dazu. Gerade bei der Matratze spielt Ergonomie eine wichtige Rolle. "In der Rückenlage passt sich die Matratze dem Körper so an, dass die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule erhalten wird. In der Seitenlage lässt sie die Schulter und das Becken so tief einsinken, dass sich zwischen Halswirbelsäule und Steißbein eine gerade Linie bildet", erklärt Hans-Peter Brix, Matratzentestleiter von Stiftung Warentest, in der Ausgabe 09/2016.

Ob die Matratze medizinischen Anforderungen gerecht wird, bescheinigt zum Beispiel das unabhängige Gütesiegel der "Aktion Gesunder Rücken". Doch sie ist nicht allein ausschlaggebend. Wer dennoch das Gefühl hat, beim Liegen abzusinken, hat unter der Matratze vermutlich den falschen Lattenrost.