Vor einer Woche kam eine Mutter in meine Sprechstunde und fragte: "Fast alle Kinder in der Kita und im Freundeskreis schniefen und husten. Was kann ich tun, damit meine beiden Kinder gesund durch den Winter kommen?" Die Frage hat mich nicht überrascht. Täglich fragen mich Eltern, wie sie Erkältungen verhindern können, was ihren Kindern hilft, wenn die Nase schon läuft und der Hals kratzt.

Ich habe der Mutter erklärt, dass sie alles richtig macht, wenn sie dafür sorgt, dass sich ihre Kinder jeden Tag mindestens zwei Stunden im Freien bewegen und wenn sie sie abwechslungsreich, frisch und vitaminreich ernährt. Denn Bewegung und eine ausgewogene Ernährung stärken das Immunsystem. Außerdem sollte sie darauf achten, dass sich alle Familienmitglieder vor dem Essen die Hände mit Wasser und Seife waschen. 

Wieviele Infekte sind normal?

Bis zum Schulalter ist ein Kind durchschnittlich jedes Jahr sechs- bis zehnmal erkältet. Eltern sollten es positiv sehen: Mit jeder Erkältung lernt das Immunsystem ihres Kindes. Etwa ab zwölf kennt es die meisten Erreger in seiner Umwelt und hat gelernt, sie abzuwehren. Die Infekthäufigkeit sinkt deutlich. Erkältungen werden durch Viren ausgelöst, eine ursächliche Behandlung gegen sie gibt es nicht. Aber man kann dem Körper helfen, sich zu wehren. Vor allem durch Ruhe, da mit das Immunsystem seine Kräfte auf die Abwehr konzentrieren kann.

Kuscheln und Vorlesen schaffen Wohlbefinden und Geborgenheit. Gegen die lästigen Beschwerden helfen die altbewährten Hausmittel: Hühnersuppe und Lindenblütentee mit Honig, auf die gerötete Nase kommt etwas Creme, und das Schlafzimmer sollte regelmäßig gelüftet werden. Bei Fieber, Kopf-, Glieder- und Ohrenschmerzen können Kinder und Jugendliche Paracetamol nehmen. Auf keinen Fall ASS. Auch ätherische Öle können vor allem für kleine Kinder lebensgefährlich werden. Globuli sind einfach nur völlig wirkungslos.