Ob Wundverband, Salbe oder Heilbad: In der Antike und im Mittelalter hatten Medikamente, die auf Salz basierten, Wundermittelstatus. Und auch heute kommen viele bewährte Hausrezepte ohne Salz – die Verbindung von Natrium und Chlorid – nicht aus.

Einen Schnupfen werden Sie schneller wieder los, wenn Sie beim Reinigen der Nase eine Kochsalzlösung verwenden. Gegurgelt hilft diese auch bei Halsschmerzen und Heiserkeit. Probleme mit der Haut wie Schuppenflechte oder Neurodermitis lassen sich mit Salzwasser therapieren.

Das "weiße Gold" ist unersetzlich, auch für den menschlichen Organismus. Natriumchlorid kontrolliert den Wasserhaushalt, ist am Knochenaufbau beteiligt, aktiviert den Stoffwechsel und regelt die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen. Als Bestandteil der Magensäure ist Chlorid für die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung und für die Verdauung notwendig.

Doch je mehr Salz über die Nahrung ins Blut gelangt, umso höher muss dort auch der Flüssigkeitsanteil sein. Sind Salzaufnahme und so auch das Blutvolumen dauerhaft erhöht, verengen sich die Blutgefäße. Je nach körperlicher Konstitution steigt der Blutdruck und damit das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzversagen. Somit ist Bluthochdruckpatienten eine salzarme Ernährung ausdrücklich zu empfehlen.

Die Crux: Salz ist in unserem Nahrungsangebot allgegenwärtig. Wegen seiner geschmacksgebenden und konservierenden Eigenschaften findet es sich in verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Fleisch, Wurst und Käse. Fertiggerichte sind oft schon weit über die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesration von sechs Gramm gesalzen.

Gegen den alltäglichen Salz überschuss hilft eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Obst in Kombination mit regelmäßiger Bewegung. Beim Kochen können andere Gewürze und Kräuter – Koriander, Pfeffer, Liebstöckel und Co. – Salz auf jeden Fall anteilig ersetzen.