Karies ist buchstäblich in aller Munde: Jedes Jahr werden hierzulande per Zahnfüllung rund 50 Millionen Löcher verschlossen. Bei ausgedehnten Kariesschäden wird Amalgam nach wie vor insbesondere im kauintensiven Seitenbereich eingesetzt – obwohl es immer wieder Diskussionen darüber gibt, wie gesundheitsverträglich das Füllmaterial ist. Doch dass Beschwerden wie Müdigkeit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen tatsächlich auf Amalgam zurückzuführen sind, wie der 52-jährige Patient in meiner Sprechstunde vermutete, konnte bis heute medizinisch nicht belegt werden.

Solange der Randschluss der Amalgamfüllung intakt und die Füllung gut poliert war, konnten keine höheren Quecksilberwerte bei Patienten mit Amalgamfüllungen nachgewiesen werden. Bei sehr alten, porösen und undichten Füllungen ist es jedoch möglich, dass kleine Mengen Quecksilber austreten. Dies erklärte ich auch dem Patienten und riet ihm zu halbjährlichen Kontrollen zur eventuellen Früherkennung.

Nicht außer Acht lassen sollte man bei Amalgam zudem die hohe Frakturgefahr bei mehrflächigen Füllungen im Seitenzahnbereich. Der dentale Hintergrund: Da diese Füllungen nicht wie etwa bei Kunststoff oder Keramik mit der Zahnsubstanz verklebt werden, kommt es häufig zu Brüchen der Restzahnsubstanz.

Kunststoff oder Keramik

Sowohl zahnmedizinisch als auch kosmetisch sind Kunststoff-Komposits bei kleineren Defekten eine gute Wahl, insbesondere bei Schäden der vorderen Zähne und der Backenzähne. Denn sie lassen sich sehr gut an die natürliche Farbe der Zähne anpassen und sind praktisch nicht sichtbar. Nachteile sind relativ frühe Abnutzungserscheinungen, das Risiko undichter Stellen und die eingeschränkte Haltbarkeit je nach Füllungsgröße und Mundhygiene des Patienten.

Als ästhetisch und qualitativ attraktivste Alternative empfehlen sich heute Keramikinlays bzw. -Teilkronen für große Defekte im Seitenzahnbereich. Positiv ist auch ihre Haltbarkeit von 15 Jahren und mehr. Nachteile sind das Risiko von Brüchen bei starker Belastung sowie mögliche Allergien durch den Kleber. Außerdem sind diese Einlagefüllungen relativ teuer.