Jahrelang spielte Andreas Hoppe den "Tatort"-Kommissar Mario Kopper, bis er sich von dieser Rolle verabschiedet hat. Was er heute macht, berichtet er im Interview.

Hallo Andreas Hoppe! Die meisten unserer Leser kennen Sie als Mario Kopper. Knapp zwei Jahre ist es her, als Ihr letzter gemeinsamer Tatort mit Ulrike Folkerts im Fernsehen lief. Nach 22 Jahren war Schluss. Was machen Sie heute?

Ich drehe weiterhin Filme, schließlich war der Tatort ja nicht alles für mich. Und gerade bin ich auf Lesereise mit meinem aktuellen Buch "Die Hoffnung und der Wolf", ich schreibe nämlich gerne Bücher. Das ist jetzt schon mein drittes. Mir macht das riesigen Spaß! Und das Interesse an meinen Lesungen ist groß. Das freut mich natürlich sehr. Das Buch passt vor allem deshalb sehr gut in die heutige Zeit, da gerade auf politischer Ebene die Verhandlungen zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetztes laufen.

Ihr schon drittes Buch – da bahnt sich ja eine neue Karriere an. Was macht Ihnen am Schreiben so viel Spaß?

Beim aktuellen Buch zum Beispiel, weil es sich beim Wolf um ein polarisierendes Thema handelt, bei dem es mir sehr am Herzen liegt, mich dazu zu äußern. Ich stelle Gedanken in den Raum, zum Beispiel ob wir alle bei diesem Thema Natur und Artenschutz einfach so weitermachen wollen. Grundsätzlich schreibe ich gerne, weil ich gerade in der ersten Phase eines Buches große Freiheiten habe: Ich habe Ideen, kann das Buch inhaltlich gestalten, habe ein Thema, das mir persönlich wichtig ist. Und dann kann ich loslegen. Natürlich ändert sich im Laufe der Zusammenarbeit mit dem Verlag dann einiges. Aber auch das ist toll, denn wir kommen gemeinsam in Gespräche, die dann für mich auch bereichernd sind. Bis jetzt bin ich immer sehr zufrieden gewesen und bei meinen Büchern zu sehr guten Ergebnissen gekommen. Nach meinem letzten Tatort habe ich eine Art Abschiedsbuch geschrieben, das Sizilien-Kochbuch. Ich bin damals nach Sizilien gereist und habe mich dort quasi von meinem alten Freund Mario verabschiedet (Mario Kopper - seine Figur im Ludwigshafener Tatort, die Red.). Das war eine tolle Erfahrung. Ich bin auf wunderbare Menschen getroffen, alle mit viel Herzenswärme ausgestattet.

Sie engagieren sich stark für mehr Umweltbewusstsein, setzen sich für den Kauf von regional erzeugten Lebensmitteln ein und auch für den Tierschutz. Das ist sehr vorbildlich. Wie kam es dazu?

Ich bin bei meinen Großeltern in Schöneberg in einem Schrebergarten groß geworden. Das war mein liebster Platz in Berlin. Mein Großvater hat mich immer zu Hause abgeholt und ist mit mir dorthin gefahren. Das habe ich als sehr positive und freudvolle Erlebnisse abgespeichert. Heute lebe ich auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern, und wenn zum Beispiel die Apfelernte naht, und ich die ersten Früchte probiere, dann erinnere ich mich oft an meine Kindheit, wie mein Großvater mir im Schrebergarten die ersten Früchte zum Probieren gab. Daher kommt also meine Vorliebe für die ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln. Mein Engagement für die Wildnis und für die Tiere, das kam durch meine ersten Kanada-Reisen und meine dortigen Gespräche mit den First Nations. Ich hatte dort großartige Erlebnisse, zum Beispiel mein erstes Wolfserlebnis. Mit meiner damaligen Lebensgefährtin bin ich mitten in der Wildnis auf dem Weg zu einer Hütte über einen Hügel gelaufen. Plötzlich standen zwei Wölfe vor uns. Seltsamerweise hatten wir beide keine Angst und keine Panik. Aber wir waren unsicher, wie wir uns am besten verhalten sollten. Wir hatten bei aller Unsicherheit irgendwie eine ganz besondere Freude. Großen Respekt hatten wir natürlich auch. Dann haben wir uns sehr langsam zurückgezogen - und die Wölfe auch. Das war sehr bemerkenswert. Ich werde diesen Moment niemals vergessen, auch, wie sie abends in der Dämmerung an dem großen See geheult haben.

Im Sommer feiern Sie einen runden Geburtstag. Welche Karrierewünsche haben Sie?

Ich würde gerne noch ein paar Bücher schreiben, und ich würde gerne auch weiter Filme drehen. Seit meinem Ausstieg beim Tatort habe ich bei etwa zehn Produktionen mitgespielt, mal in größeren, mal in kleineren Rollen. Da freue ich mich natürlich immer über schöne Herausforderungen und spannende Themen mit schönen Ideen, die nicht zu banal sind.

Sehen wir Sie denn vielleicht noch einmal in einem Tatort?

Dazu darf man mich gerne einladen, weshalb auch nicht. Ich bin doch jetzt frei, ich bin ja kein Kommissar mehr.