12.01.2026 Im Interview

Axel Beyer über sein neues Buch: „Hunde sind kein Spielzeug“

Axel Beyer hat ein neues Buch vorgelegt. Nach seinem Roman „Immer nur aufregen ist auch keine Lösung“, geht es in seinem neuen Buch „Zwei Fellnasen ziehen um“, erschienen bei Rowohlt, um den besten Freund des Menschen. Prisma hat ihn gesprochen.

prisma: „Zwei Fellnasen ziehen um“ – wie kam die Idee, diesen echten Hunde-Umzug zu einem Roman zu machen?

Axel Beyer: Die ‚Neue‘ hat mir erzählt, dass so ein Umzug bevorsteht – und da dachte ich sofort: Das klingt nach einer wunderbaren Geschichte! Ein Umzug ist ja schon für Menschen ein Abenteuer, mit Hunden wird daraus erst recht ein Romanstoff.

Auf welcher Geschichte basiert der Roman? Sind die Erlebnisse persönlich?

Ja, Freddie und Jonny gibt es tatsächlich. Viele der Erlebnisse sind authentisch, aber natürlich ist es trotzdem ein Roman – mit Zuspitzungen, Fantasie und literarischer Freiheit.

Freddie als gemütlicher Riese und Jonny als Propeller-Schwanz-Mischling: Wie unterscheiden sich die beiden voneinander und wie wird das im Roman deutlich?

Das haben sie mir beide selbst erzählt, sie haben sehr unterschiedliche Persönlichkeiten – und genau das macht ihren Charme und die Dynamik der Geschichte aus.

Sie waren lange Jahre beim WDR: Wie hat Ihre TV-Erfahrung das Schreiben beeinflusst – denken Sie in Szenen wie im Fernsehen?

Eine Geschichte muss dramaturgisch stimmen – egal ob im Fernsehen oder im Roman. Ich denke tatsächlich oft in Bildern und Szenen, weil ich das über viele Jahre so gelernt habe.

Das Buch ist voller Slapstick und Herz: Wie schwierig ist es, während eines Umzugs das Chaos der Hunde zu bändigen oder die Emotionen einzufangen?

Das der Hunde oder das der Menschen? Beide kommen im Buch zu Wort – und beide sorgen für reichlich Turbulenzen und Gefühle.

An wen möchten Sie sich mit dem Roman wenden?

An alle, die Tiere lieben – und an Menschen, die Lust auf eine warmherzige, humorvolle Geschichte haben.

Der Hund ist des Deutschen liebstes Haustier. Was macht diese Tiere so besonders?

Dazu äußert sich Freddie sehr ausführlich ab Seite 91. Er ist schließlich der eigentliche Experte. Also gerne im Buch lesen, es lohnt sich.

Wie haben Freddie und Jonny auf das Buch reagiert – gibt es schon eine Signierstunde mit Pfotenabdruck?

Dazu sind sie viel zu bescheiden. Aber vielleicht überreden wir sie ja noch.

Ihr Buch wird durch die witzigen Zeichnungen von Anne Dohrenkamp ergänzt. Wie lief die Zusammenarbeit ab? Woher kennen Sie sich?

Anne hat bereits die Cover meiner früheren Bücher gestaltet. Außerdem basiert die Geschichte auch auf ihren eigenen Erlebnissen – wir haben uns also perfekt ergänzt.

Sie haben Serien und Shows geprägt – jetzt schreiben Hunde die Story: Was ist schwerer – Drehtermine oder Hundelaunen?

Beides. Denn für beide gilt: Wir wollen nur spielen. Und beides erfordert Geduld, Humor und eine gewisse Gelassenheit.

Wie gestaltet sich Ihr Ruhestand nach dem Abschied vom WDR?

Ich habe endlich Zeit zu schreiben und Lesungen zu machen – und beides macht mir enormen Spaß. Es ist ein sehr erfüllender Lebensabschnitt.

In Ihrem Buch „Immer nur aufregen ist auch keine Lösung“ beschäftigen Sie sich mit Ihrem eigenen Unruhestand. Welches Fazit ziehen Sie heute?

Auch Ruhestand ist Arbeit – vor allem an sich selbst. Aber es ist eine schöne und lohnende Arbeit.

Die Zeiten werden immer aufgeregter – wofür plädieren Sie? Mehr Gelassenheit?

Vor allem für mehr Humor. Immer nur aufregen… aber das sagten Sie ja schon.

Sie leben in Köln: Wie prägen die Stadt und der Rhein Ihr Leben?

Die entspannte Lebensart der Rheinländer hilft ungemein. „Et hätt noch immer joot jejange“ – also: Mach dir keinen Stress.

Das Buch ist ein Plädoyer für Hunde-Adoption: Was raten Sie Menschen, die einen Vierbeiner aufnehmen möchten?

Man sollte sich gut vorbereiten. Hunde sind kein Spielzeug. Sie brauchen Regeln, Verantwortung – und vor allem Zuwendung. Und das jeden Tag.

Was ist Ihr nächstes großes Abenteuer – mit oder ohne Hunde?

Ich reise sehr gern und kann das erfreulicherweise mit Lesungen verbinden. Das ist für mich die perfekte Kombination.

Beim WDR waren Sie dreimal unter Vertrag, zwischendurch in Leitungsfunktionen beim ZDF und bei Produktionsfirmen. Schreiben Sie darüber einmal ein Buch?

Ich will doch niemandem die Illusionen nehmen (lacht).

Sie arbeiteten mit Legenden wie Alfred Biolek, Rudi Carrell, Jürgen von der Lippe, Harald Schmidt und Thomas Gottschalk. Wie waren diese Begegnungen?

Absolut prägend. Denn dass das Leichte so schwer herzustellen ist, ist keine Binsenweisheit, sondern die reine Wahrheit.

Was hat Sie der Umgang mit diesen Persönlichkeiten gelehrt?

Ich konnte von allen lernen: das Timing von Jürgen, die Spontaneität von Harald, die Lockerheit von Thomas, die Gründlichkeit von Biolek und die unglaubliche Genauigkeit von Rudi Carrell. Das hat mich sehr geprägt.

Wie sehen Sie das analoge Fernsehen heute im Vergleich zu früher?

Die Vielzahl an Kanälen und Medien sorgt einerseits für Verwirrung, bietet aber andererseits jungen Entertainern Möglichkeiten, die es früher nicht gab.

Sie produzierten „Big Brother“. Hatten Sie damals eine Ahnung, was folgen würde?

Nein. Ich konnte mir die Geschwindigkeit der technischen Entwicklung und die heutigen Möglichkeiten überhaupt nicht vorstellen.

Hat das Fernsehen in seiner heutigen Form eine Zukunft?

Ehrlich? Ich weiß es nicht. Bewegtbild wird es immer geben – aber ich hoffe sehr, dass die Qualität nicht hinter den technischen Möglichkeiten zurückbleibt.