prisma: Wie fühlt es sich an, mit einer eigenen Show im Fernsehen anzukommen – und dann auch noch mit einem Format, das die digitale Welt feiert?
Laura Larsson: Es fühlt sich ein bisschen surreal an – wie ein lang geplanter Post, der endlich viral geht. Ich freue mich riesig, dass es nun eine Bühne im Fernsehen gibt, auf der die digitale Welt nicht nur als Problemzone behandelt wird, sondern als das, was sie auch ist: ein unerschöpflicher Raum für Humor, Kreativität und kollektives Kopfschütteln. Für mich ist das eine Mischung aus Stolz, Aufregung und dem Gefühl: Ja, das ist genau der richtige Ort zur richtigen Zeit.
Was hat dich am US-Vorbild „After Midnight“ am meisten inspiriert – und wie setzt du deinen eigenen Ton in der deutschen Version?
Ich liebe an „After Midnight“, dass das Format das Internet nicht erklären will, sondern es feiert – genauso chaotisch, witzig und manchmal absurd wie es ist. Mein eigener Ton kommt durch meinen Humor, der immer ein bisschen beobachtend und selbstironisch ist. Außerdem nehme ich Social Media ernst, ohne es zu ernst zu nehmen. Das ist ein Balanceakt, den ich aus meinen Podcasts und von der Bühne gut kenne. Die deutsche Version bekommt dadurch eine eigene Farbe: einen Mix aus popkultureller Verspieltheit und völliger Absurdität.
Wie wählst du deine Gäste aus – und wie wichtig ist Vielfalt?
Mir ist wichtig, dass die Gäste Spaß am digitalen Raum haben oder zumindest eine spannende Beziehung dazu. Das können Comedians sein, Schauspielerinnen oder Streamer. Vielfalt ist mir dabei extrem wichtig: unterschiedliche Hintergründe, unterschiedliche Medienwelten, unterschiedliche Humorarten. Das Internet ist kein homogener Ort, also sollte auch unsere Gästeliste nicht homogen sein. Ich will, dass jede Folge eine neue Mischung bietet und die Zuschauerinnen und Zuschauer das Gefühl haben: Hier wird mein Feed aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Wie unterscheidet sich Fernsehen von Podcast und Bühne – und was macht dir beim „Neo Social Club“ am meisten Spaß?
Fernsehen hat eine ganz eigene Energie. Beim Podcast kann ich mich zurücklehnen, auf der Bühne kann ich improvisieren, aber im TV entsteht plötzlich ein Raum, in dem visuelle Ideen, Timing, Gäste und Publikum zusammenkommen. Am meisten Spaß macht mir beim „Neo Social Club“, dass es so ein Teamprojekt ist. Da steckt viel Kreativität im Hintergrund: Redaktion, Autorinnen, Regie, Studio und gemeinsam schaffen wir einen Ort, an dem Internetkultur richtig glänzen darf. Und ich liebe die Mischung aus vorbereitetem Chaos und echten Überraschungsmomenten.
Gibt es ein digitales Highlight, das du unbedingt in einer der ersten Folgen besprechen möchtest?
Ich hätte gerne gesagt, ich hätte ein großes Highlight vorbereitet, aber die Wahrheit ist: Das Internet entscheidet ja selbst, was gerade Highlight ist. Also lasse ich mich überraschen. Wenn am Drehtag wieder ein neues Meme die Welt erobert, wird das vermutlich mein Highlight.
Was wünschst du dir von den Zuschauerinnen und Zuschauern?
Ich fände es schön, wenn sich die Menschen einfach darauf einlassen: auf die Gäste, auf den Humor, auf die manchmal absurde Logik des Internets, die wir ins Studio holen. Man muss dafür keine Memes im Minutentakt konsumieren, es reicht völlig, wenn man Lust hat, gemeinsam zu lachen oder etwas wiederzuerkennen, das einem vielleicht auch selbst schon in der Timeline begegnet ist.
„Neo Social Club“ mit Laura Larsson, acht Folgen, ab Mittwoch, 4. Februar, 10 Uhr im ZDF streamen; ab Donnerstag, 5. Februar, immer donnerstags um 22.15 Uhr in ZDFneo