17.02.2026 Drehbuch-Überraschung

Fritz Karl: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Schreiben so leichtfällt“

Kriminalpsychologe Thomas Meiberger (Fritz Karl) bekommt es im ersten Film in der neuen Reihe „Der Salzburg-Krimi“ mit einer Mordserie zu tun, die mit dem Fund eines Gekreuzigten im Wolfgangsee beginnt. prisma sprach mit Fritz Karl, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist.
Ein Mann und eine Frau sitzen mit ernstem Blick im Auto.
Fritz Karl spricht über seine Rolle im "Salzburg-Krimi". Fotoquelle: ARD Degeto Film/Mona

prisma: Aus „Meiberger – Im Kopf des Täters“ wird „Der Salzburg-Krimi“. Inwiefern macht das einen Unterschied?

Fritz Karl: Es macht keinen großen Unterschied, man ist da sehr am Original geblieben – auch was meine Rolle anbelangt. Meine Figur hat ja ein realistisches Vorbild, einen Gerichtspsychologen, der auch Zauberer ist. Im ersten Jahr hat er mich bei den ersten Folgen sehr eng begleitet. Was sich jetzt geändert hat, ist die Bezeichnung vom Gerichtspsychologen zum Kriminalpsychologen. Eine neue Kommissarin ist dazugekommen. Ansonsten sind auch der Humor und das grundlegende Konzept gleichgeblieben.

Sie haben das Drehbuch für den neuen Film „Tod am Wolfgangsee“ geschrieben. Wie kam es dazu?

Ich wollte immer mal ausprobieren, ob ich auch ein Drehbuch schreiben kann. Es war natürlich ein Vorteil, dass ich das Genre und auch meine Figur sehr gut kenne und weiß, wo wir uns da thematisch bewegen. Also habe ich dem Produzenten gesagt, dass ich mich gerne daran versuchen würde. Aber ich habe von vorneherein gesagt, dass ich kein Exposé oder Treatment liefere, sondern ein fertiges Drehbuch. Ich bin Schauspieler und kein Drehbuchautor. bin ich auch völlig uneitel gewesen und habe klar kommuniziert, dass man mir einfach sagen soll, wenn es schlecht ist. Ich bin schon in ganz anderen Dingen gescheitert. Aber mein Drehbuch hat dem Produzenten gefallen. Und das Schreiben hat mir riesigen Spaß gemacht – ich hätte nicht gedacht, dass es mir so leichtfällt. Ich habe einfach Bilder und Geschichten im Kopf. Das liegt wohl daran, dass ich mir bei einem Film immer bildlich vorstelle, wie er mich mitnimmt. Die einzige Schwierigkeit war, in meinem aufgeregten, vollbesetzten Leben mit Familie und Frau Ruhepunkte zu finden, wo ich mich hinsetzen und das einfach aufschreiben konnte. Im Moment habe ich drei Filme im Kopf und komme nicht dazu, sie zu Papier zu bringen.

Und wie sind Sie auf den Fall gekommen, der im Film behandelt wird?

Ich möchte nicht zu viel verraten, wenn wir jetzt darüber reden. Aber tatsächlich ist das Kreuzigen im Salzkammergut ein sehr weit verbreiteter Brauch. Als ich geheiratet habe, wollte man mich auch kreuzigen. Ich sagte, Freunde, da reise ich gar nicht an. Das ist völlig absurd. Es gibt immer wieder wirklich fürchterliche Unfälle. Ich kann mich erinnern, es gab einen Fall, da haben sie jemanden in ein Holzfass mit Bauschaum hineingestellt. Nachher mussten die Füße amputiert werden. Das Kreuzigen ist ein Brauch, der manchmal völlig aus dem Ruder läuft, und das war der Ausgangspunkt für meine Geschichte.

Sie sagten, dass Sie noch mehr Ideen für weitere Filme im Kopf hätten. Sind das auch Filme mit Meiberger?

Ich habe jetzt einen Meiberger geschrieben, das wollte ich unbedingt. Aber ich habe noch andere Geschichten im Kopf, die sind etwas völlig anderes, das hat eher mit unserer Gesellschaft zu tun. Eine davon zeigt, wie wir humanistisch denkenden Menschen, die an eine zweite Chance glauben und die auch im besten Sinne der christlichen Nächstenliebe verpflichtet sind, im Moment eigentlich nur scheitern, weil wir mit Leuten zu tun haben, die extrem sind und nach dem „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Prinzip leben.

Man merkt, Sie haben ein bisschen Blut geleckt…

Ja, es ist so schade… Es gibt so wahnsinnig tolle Geschichten, die man erzählen kann. Und mir tut es immer so leid, dass wir so oft um dieselben Dinge herumdümpeln. Und ich merke, dass ich eine gewisse Freiheit habe, weil ich kein Drehbuchautor bin, der erst ein Exposé abliefern muss. Ich kann ein fertiges Buch präsentieren, unter dem man sich als Produzent oder Regisseur direkt etwas vorstellen kann.

Man hört und liest immer wieder den Vorwurf, dass es im Fernsehen zu viele Krimis gibt. Wie stehen Sie dazu?

Naja, Deutschland ist ja kein Einzelfall, das kann man weltweit beobachten. Die Sache ist, eine Komödie ist in Wirklichkeit die Königsklasse. Eine Komödie ist schwierig zu schreiben und schwierig zu spielen. Wir haben immer weniger Leute, die so etwas schreiben und spielen können. Ich bin auch der Meinung, dass die Sender es sich und auch dem Publikum immer leichter machen, und immer mehr Krimis produzieren. Man muss da aber ein wenig unterscheiden, denn es gibt durchaus Filme und Serien, die gesellschaftsrelevant und gut gemacht sind. Jedoch finde ich, dass die Sendeverantwortlichen wieder mehr investieren und weniger auf die Quote geben sollten. Wie wäre es mit einem guten Sozialdrama? Oder einem guten Liebesfilm? Wann haben Sie den letzten guten Liebesfilm gesehen?

Eine gute Frage.

Die Liebe ist doch ein ganz großer Teil unseres Lebens – warum bildet man das überhaupt nicht mehr ab? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat mit die Aufgabe, die Gesellschaft und unser öffentliches Leben abzubilden. Wir leben doch zum Glück nicht in einer Welt, wo es nur Mord und Totschlag gibt…

Wieso sollte man sich den „Salzburg-Krimi“ trotz der Krimi-Flut im deutschen Fernsehen anschauen?

Wir müssen uns da jetzt keinen Sand in die Augen streuen, das hat natürlich sehr viel mit Unterhaltung zu tun. Wir haben keinen sozialkritischen Krimi gedreht, der in soziale Brennpunkte schaut. Der Film lebt viel von der wahnsinnig schönen Gegend, dem Salzburger Land, und seinem eigenen Humor.

Was schauen Sie privat gerne? Welcher Film oder welche Serie hat Sie zuletzt umgehauen?

Ich habe gerade erst die Serie „Landman“ mit Billy Bob Thornton geschaut, die von der amerikanischen Ölindustrie handelt. Das fand ich wahnsinnig interessant, wie diese Ölmagnaten vorgehen. Abseits vom Öl-Thema liefert die Serie auch noch eine hervorragende Geschichte einer gescheiterten Ehe. Das ist alles so toll gespielt, das hat mich wirklich in der letzten Zeit sehr begeistert.

„Der Salzburg-Krimi“
„Tod am Wolfgangsee“ am Donnerstag, 26. Februar, 20.15 Uhr ARD
„Am seidenen Faden“ am Donnerstag, 5. März, 20.15 Uhr ARD
Ab 23. und 26. Februar sind die Titel in der ARD-Mediathek verfügbar.