21.12.2020 Moderator

Johannes B. Kerner

Von Lara Hunt
Moderator Johannes B. Kerner.
Moderator Johannes B. Kerner. Fotoquelle: ZDF / Tobias Schult

Johannes B. Kerner moderiert auch in diesem Jahr zusammen mit Andrea Kiewel den Silvester-Countdown im ZDF. Allerdings ohne Zuschauer. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie die Party dieses Jahr aussehen wird und wie er 2020 erlebt hat – inklusive seiner zwei Wochen Corona-Quarantäne.

Wie wird im Hause Kerner Weihnachten gefeiert?

Üblicherweise kindgerecht. Auch wenn meine Frau und ich uns getrennt haben, ist es uns wichtig, dass wir Weihnachten immer zusammen feiern, und das werden wir auch in diesem Jahr tun.

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Kommt zu Ihnen das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Zu uns kommt das Christkind, weil es den Weihnachtsmann nicht gibt. Wir sind eine katholische Familie, da ist es klar, dass das Christkind kommt. Und solange die Kinder Spaß daran haben, behalten wir das auch bei.

Silvester feiern Sie aber nicht im Kreise der Familie…

Nein, aber teilweise hatte ich die Kinder in den vergangenen Jahren dabei. Es stimmt aber, ich bin zu Silvester immer am Brandenburger Tor, um den Countdown im ZDF zu moderieren. Ich finde das aber gar nicht schlimm, ich bin nicht so der Typ für Leuchtturmtage, abgesehen von Weihnachten. Mir gefällt es nicht, wenn mir verordnet wird, zu einer Party zu gehen und Spaß haben zu müssen. Da finde ich es ganz okay, stattdessen zu arbeiten, zumal die Party in Berlin auch immer schön war.

Dieses Jahr wird die Party durch Corona aber anders aussehen. Wissen Sie schon wie?

Wenn ich das wüsste… Es wird auf jeden Fall stiller als sonst, trotzdem wollen wir den Zuschauern ein Stück Normalität geben. Zum Glück haben wir dafür tolle Künstler gewinnen können, die ausschließlich für das Fernsehpublikum auftreten. Und auch, wenn keine Zuschauer vor Ort sein dürfen, hoffe ich doch, dass es ein paar vor dem Fernseher geben wird.

Mit Blick auf Corona: Wie war das Jahr für Sie?

Mich hat es im März und damit relativ früh ja selbst getroffen. Glücklicherweise hatte ich einen flachen Krankheitsverlauf. Aber ich musste 14 Tage in Quarantäne gehen. Mein größtes Symptom in der Zeit war die Langeweile.

Und danach?

Danach wusste ich, dass ich Antikörper habe. Es weiß zwar niemand, wie lange man da tatsächlich geschützt ist, schließlich ist das Virus völlig neu, aber ich wusste: Ich bin ein bisschen geschützt. Das hat mir schon sehr geholfen, weil ich den Faktor Angst nicht hatte. Und die Angst ist ja gerade das, was viele Leute umtreibt: Abstand halten, immer die Straßenseite wechseln, sich von allem fernhalten. Und zu Recht: Es gibt ja auch schlimme Verläufe. Ich hatte die Angst aber nicht, und zum Glück arbeite ich in einer Branche, die schnell wieder produziert hat, wenn auch ohne Publikum.

Wie haben Sie sich die Zeit in Quarantäne vertrieben? Haben Sie neue Hobbys entdeckt?

Ich habe eine Dachterrasse, auf der ich Kniebeugen und Liegestütze machen konnte. Die Bewegung, die ich brauchte, um nicht völlig verrückt zu werden. Außerdem habe ich Zoom und Teams ausprobiert. Und es ist gut, dass das möglich ist, den direkten Kontakt ersetzt es aber nicht. Das war schon hart, wenn mein Sohn am Treppenabsatz stand, um mir Essen zu bringen, und ich ihn nicht mal umarmen konnte. Ich habe immer gesagt: Meine Dachterrasse ist Deutschlands luxuriösester Gefängnishof.

Was war Ihr schönster Moment 2020?

Meine schönsten Momente liegen immer im Privaten, und von ihnen gab es auch 2020 eine Menge.

Haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr?

Ich möchte weiter Sport machen – und die Probleme, die ich mit der Achillessehne habe, in den Griff bekommen, damit ich wieder Laufen gehen kann. Außerdem möchte ich ordentlich arbeiten und weiterhin gute Sendungen machen.

Gibt es da schon konkrete Pläne?

Die "Terra X"-Show war so erfolgreich, davon soll es 2021 noch mehr Folgen geben, und die Shows, die ich beim ZDF mache, machen mir alle total viel Spaß. Und ganz offenbar den Zuschauern auch. Ebenso die sehr besondere Talkshow "Bestbesetzung" bei Magenta TV. Hier besuchen wir ausschließlich Gäste, die wir sonst nicht so häufig im TV sehen. Für mich ist der nächste Job immer der schwerste und einer, den ich ernst nehme. Ich finde, man sollte sich selbst zwar nicht zu ernst nehmen, seine Arbeit dafür aber immer.

Sie arbeiten seit vielen Jahren als Moderator und haben schon zahlreiche Menschen interviewt. Sind da noch Wünsche offen, wenn es um Gesprächspartner geht?

Es sind da schon viele Wünsche erfüllt worden. Aber ein längeres Gespräch mit der Bundeskanzlerin wäre schon nett. Und wenn Papst Franziskus an die Tür klopfen würde, wäre ich auch nicht abgeneigt… Es gibt da eine ganze Reihe von Leuten, aber es gab auch schon sehr viele tolle Persönlichkeiten, mit denen ich reden durfte.

Gab es auch schon richtig schlechte Interviews?

Ich habe ja schon tausende Gespräche geführt, klar waren da auch schlechte dabei. Manchmal waren die Antworten schlecht, manchmal waren die Fragen schlecht. Aber wenn ein Interview schlecht war, dann fällt das in meine Verantwortung.

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