30.03.2020 Schauspielerin

Katharina Blaschke

Von Stephan Braun
Katharina Blaschke.
Katharina Blaschke. Fotoquelle: A. Havergo / Future Image / Imago

Seit 16 Jahren gehört Katharina Blaschke zum Team der ZDF-Serie "SOKO Wismar". Am 8. April gibt es wieder eine Folge in Spielfilmlänge. Im Interview erzählt die Schauspielerin, warum ihr Herz seit so langer Zeit für die Serie schlägt und was sie mit ihrer Figur, Helene Sturbeck, gemeinsam hat.

SOKO Wismar XL, die Vorabendserie in Spielfilmlänge kommt offenbar sehr gut an. Macht Sie das stolz?

Es ist weniger der Stolz – eher macht das glücklich. Ich bin dankbar dafür, denn als Schauspieler möchte man sich ja auch austoben. In einem 90-minütigen Film habe ich natürlich mehr Möglichkeiten als in der Serie. Und es war einfach toll für mich (wenn auch schweinekalt), mit unserer wunderbaren, vertrauenswürdigen Regisseurin, toller Kamera, tollem Licht, mit all diesen großartigen, schrägen, feinfühligen, kraftvollen Kollegen auf dieser herrlichen Insel zu drehen.

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Sie sind seit 16 Jahren dabei. Haben Sie sich in die SOKO Wismar verliebt?

Ja, klar. Ich komme aus Hamburg, die Küstengeschichte kommt mir deshalb schon von der Substanz her entgegen: Ich mag die Küste, die Klangfarbe, den trockenen Humor, die Leute, ich liebe Städte mit einer langen Geschichte wie Wismar, noch dazu, wenn sie einen Hafen haben und sich dort schon so viel abgespielt hat. Ich schätze mich deshalb sehr glücklich, dass ich schon so lange mitmachen darf.

Was macht SOKO Wismar für Sie so besonders?

Vor allem, dass wir im Team schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten und bei uns schon lange ein sehr schönes Gemeinschaftsgefühl besteht. Ich bekomme immer wieder von Kollegen mit, die neu bei uns mitspielen, wie sie die Atmosphäre bei uns loben. Und wir behandeln auch unsere Leichen ganz gut (lächelt). Die haben es teilweise nicht leicht, wenn sie am Meeressaum gefunden werden und beim Dreh an einem sehr kalten Tag lange dort liegen müssen. Das Team kümmert sich immer sehr liebevoll um sie und um uns alle. Darauf bin ich auch stolz.

Wie stehen Sie denn zu Ihrer Figur, der Pathologin Dr. Helene Sturbeck?

Sie weiß, was sie kann, und liebt ihren Beruf. Dazu fällt mir der Vers ein, der über der Tür des Anatomischen Theaters von Carl Gotthard Langhans zu lesen ist. In der Nähe, auch auf dem Gelände der Charité, haben wir bis vor einigen Jahren unsere Revierszenen gedreht. Der Spruch über der Tür lautet: „Hic locus est ubi mors gaudet succurrere vitae“. Das bedeutet „Hier ist der Ort, wo der Tod freudig dem Leben zu Hilfe eilt.“ Das heißt, dieser Job, bei dem man in Leichenteilen rumwühlt, dient dazu, dass die Lebenden es besser haben. Das gilt natürlich für jede Pathologie, aber eben auch für die Rechtsmedizin: Die Tätigkeit von Frau Sturbeck kann weiteres Unheil verhüten, wenn sie hilft eine Tat aufzuklären und einen Mörder zu überführen. Und sie kann es den Angehörigen erleichtern, ihren Verlust zu verarbeiten. Ich habe natürlich auch eine ganze Reihe Bücher von Rechtsmedizinern gelesen. Ich hatte den Eindruck, dass sie sogar mehr noch als andere Ärzte einen Sinn für die Kostbarkeit des Lebens haben, denn sie werden bei in ihrer Arbeit ja ständig darauf gestoßen, wie schnell es vorbei sein kann. Das versuche ich auch im Bewusstsein zu behalten.

Und Sturbecks Liebelei mit Kommissar Reuter?

Das ist wirklich ein Hin und her mit unserer unvollendeten Liebesgeschichte. Frau Sturbeck unternimmt immer wieder Anläufe, den Kommissar für sich zu gewinnen (Udo Kroschwald, die Red.). Selbstverständlich liebt sie ihn, aber genau dieses Unvollendete ist auch eine feste Größe in ihrem Leben. Und natürlich weiß sie, dass er sie auch toll findet. Ich werde auch privat immer wieder gefragt: Und, kriegt Ihr Euch noch? Manchmal erklären mir sogar Frauen, ich dürfte mich von ihm nicht so behandeln lassen.

Was haben Katharina Blaschke und Helene Sturbeck gemeinsam?

Katharina Blaschke ist seit gut drei Jahren tangosüchtig. Freude, Wachstum, Balance, Selbstbewusstsein, Erkenntnisgewinn, was mich selbst und meine Sozialkontakte angeht, satte Oxytocinausschüttungen – tja, ich fürchte, ich habe auch Dr. Sturbeck angesteckt…

Womit werden Sie denn die Zuschauer in den kommenden Monaten noch überraschen?

Hoffentlich kann bald wieder eine Vorstellung der Operettenversion von "Charleys Tante" der Kammeroper München stattfinden. Darin spiele ich die echte Tante Donna Lucia D’Alvadorez (die Hauptrolle der falschen Tante singt und spielt zum Niederknien Max Nowka). Wir sind acht Leute auf der Bühne, fast alle sind gestandene Opernsänger, und wir werden von einem zwölfköpfigen Orchester begleitet. Eine wunderschöne Produktion des großartigen Opernregisseurs Dominik Wilgenbus. Das macht einen Höllenspaß! Es ist ein echtes Geschenk, dabei mitmachen zu dürfen.

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