In "Meister des Todes 2" spielt Schauspielerin Katharina Wackernagel eine Menschenrechtsanwältin, die den Prozess gegen eine Rüstungsexportfirma beobachtet, die in illegale Waffenexporte verstrickt sein soll. Im Interview spricht sie über den Reiz der Rolle.

"Meister des Todes 2": Illegaler Waffenhandel, brutale Morde in Mexiko - ein tiefgehendes Thema. Wie schnell sind Sie da reingekommen?

Dafür, dass ich mich sonst mit Waffenhandel und Waffenexport wenig beschäftigt habe, konnte ich schnell in das Thema einsteigen. Daniel Harrich, der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent des Films, hat mir die Idee so intensiv und detailliert geschildert , als er mich anrief und mir von dem Projekt erzählte. Ich fand das Projekt sofort spannend. Zu diesem Zeitpunkt lief auch der reale Gerichtsprozess. Darüber habe ich mich informiert und mir natürlich auch direkt den ersten Teil von "Meister des Todes" angesehen.

Bei einem so tiefgehenden Thema: Wie lange haben Sie überlegt, als Ihnen die Rolle angeboten wurde?

Bei dieser Rolle habe ich nicht lange überlegt. Das Thema hat mich sofort interessiert, auch, dass die ARD nach dem 90-minütigen Spielfilm eine dazugehörende Reportage bringt, das hat mich alles sofort angesprochen.

Sie spielen die Menschenrechtsanwältin Christiane Schuhmann - inwieweit können Sie mit dieser Figur auch eine Botschaft aussenden?

Sehr gut, denn der Film ist nicht nur ein Wirtschaftsthriller sondern auch eine Tragödie. Meine Figur behält in dieser Tragödie den Überblick und den Sinn für Gerechtigkeit, sie ist klar und nachvollziehbar. Christiane Schuhmann ist sozusagen das Sprachrohr der Gerechtigkeit. Für mich als Schauspielerin war das eine sehr reizvolle Aufgabe.

Der Film ist hochkarätig besetzt. Macht eine derartig gute Besetzung das Spielen einfacher?

Das Zusammenspiel hat mit Prominenz nichts zu tun. Ich glaube aber, dass es bei diesem eher schweren Thema für den Film gut ist, dass er mit bekannten Gesichtern besetzt ist. Mit dieser prominenten Besetzung bekommen der Film und das Thema hoffentlich mehr Aufmerksamkeit.

Wie sehr hat Sie die Geschichte persönlich berührt?

Es ist ein Skandal, wie der reale Fall ausgegangen ist, beispielsweise dass die Sekretärin verurteilt wurde und ihr plötzlich die Hauptschuld zugewiesen wurde – das hat mich schon erschüttert. Der Film hat in mir auf jeden Fall etwas angestoßen. Und ich wünsche mir, dass er das am Tag der Ausstrahlung auch mit den Zuschauern tut.

Helfen wird dabei die anschließende Dokumentation in der ARD "Tödliche Exporte – Rüstungsmanager vor Gericht".

Auf jeden Fall. Es ist faszinierend im Anschluss an einen Spielfilm in einer Doku zu sehen, dass der Film sich schon mit der Realität beschäftigt und nicht einfach nur eine Schraube angedreht wurde.

Erzählen Sie bitte einmal von den Dreharbeiten in Mexiko!

Mexiko-City hat mich sehr beeindruckt. Dort haben wir ja einen großen Teil des Filmes gedreht. Bislang hatte ich von der Stadt eher einen beängstigenden Eindruck, wahrscheinlich gefärbt durch die ein oder andere Serie, die ich vorher gesehen hatte, und auch von den Verbrechen und der Armut, von denen man meistens hört. Ich habe Mexiko-City als eine ganz tolle Stadt erlebt, offen und herzlich. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, auch einmal bei einem Film mitzuspielen, in dem die Schönheit dieses Landes mit all ihren Facetten im Vordergrund steht.

An welchen Themen arbeiten Sie im Moment?

Am 9. Mai wird der nächste Film der Stralsund-Reihe im ZDF ausgestrahlt. Dieses Mal ein Familiendrama, ich finde die Folge sehr gelungen. Außerdem baue ich gemeinsam mit meinem Bruder unsere Produktionsfirma weiter aus. Im letzten Jahr haben wir mit „Wenn Fliegen träumen“ mein Regiedebüt herausgebracht. Und aktuell haben wir ein neues schönes Projekt in Arbeit.