23.11.2020 Comedian

Michael Kessler

Von Sarah Schneidereit
"Binge Reloaded" mit Michael Kessler ist bei Streaming-Anbieter Amazon Prime Video verfügbar.
"Binge Reloaded" mit Michael Kessler ist bei Streaming-Anbieter Amazon Prime Video verfügbar. Fotoquelle: Christoph Hardt / Imago

Ab dem 4. Dezember muss sich das deutsche Fernsehen wieder warm anziehen, denn dann hat Michael Kessler mit "Binge Reloaded" ein Auge auf beliebte, teils absurde Formate. Und Streamingdienste bekommen dieses Mal auch so einiges ab.

2012 war Schluss mit "Switch Reloaded", nun sind Sie mit "Binge Reloaded" zurück. Wie fühlt sich das für Sie an?

Wieder gut. Ich freue mich sehr, dass es wieder so ein Format gibt. Die "heute-show" nimmt ja regelmäßig Politiker aufs Korn, aber seitdem Stefan Raab mit „TV total“ weg ist, kommen die ganzen TV-Stars und Sternchen alle davon. Jetzt legen wir wieder den Finger dahin, wo es wehtut, und widmen uns den Absurditäten des deutschen Fernsehens.

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Wo ist der Unterschied zu früher?

Wir zappen dieses Mal bei "Binge Reloaded" nicht durchs Fernsehen, sondern befinden uns in einer Art Mediathek auf einem Computerbildschirm. Unsere Parodien widmen sich den Angeboten von Streamingdiensten wie Amazon Prime, Netflix und Joyn, aber auch das klassische Fernsehen wird auf die Schippe genommen.

Welchen Formaten widmen Sie sich dabei besonders?

Wir schauen auf beliebte Formate wie das "Traumschiff" oder "The Masked Singer". Diese Rate-Show ist extrem beliebt und durchaus unterhaltsam. Aber muss das übertriebene Gerate der Jury wirklich sein? Manche Sachen riecht man doch zehn Kilometer gegen den Wind. War es nicht beispielsweise zu offensichtlich, dass Didi Hallervorden wirklich im Chamäleon-Kostüm steckte?

"Binge Reloaded" ist bei Amazon Prime Video verfügbar. Sie machen sich wiederum auch über die dort verfügbare Serie "Handmaid’s Tale" lustig. Gab es dort Vorgaben von oben?

Nein, man lässt uns dabei freie Hand. Es wird eher darauf geschaut, dass wir keine sexistischen oder rassistischen Witze machen. Aber die gab es schon damals bei "Switch Reloaded" nicht. Wir zielen nicht unter die Gürtellinie. Stattdessen wollen wir auf das ursprüngliche Format nochmal eine Schippe drauflegen. Viele schauen sehr blauäugig fern und merken gar nicht, wie viel da inszeniert ist. Darauf wollen wir aufmerksam machen. Bei manchen Sendungen ist das schwierig. Nehmen wir beispielsweise "Das Sommerhaus der Stars". Diese Show ist quasi schon eine Parodie auf sich selbst und so unfassbar schlecht, dass man schwer noch einen draufsetzen kann.

In welche Rolle schlüpfen Sie am liebsten?

Florian Silbereisen lässt mich einfach nicht los. Der Mann hat sich aber in den vergangenen zehn Jahren unglaublich gemacht. Keine schrillen Outfits und gefärbten Haare mehr, stattdessen hat er Tattoos, trägt Maßanzüge, ist insgesamt ruhiger geworden und sogar Traumschiffkapitän. Für mich bietet das einiges an Futter.

Sie machen Witze über Streaming-Angebote. Aber was gucken Sie denn persönlich gern?

Ich schaue klassisches Fernsehen, aber natürlich auch Serien. Gerade freue ich mich sehr auf die vierte Staffel von "The Crown" auf Netflix. "Handmaid's Tale" habe ich auch geschaut und war wahnsinnig begeistert. Man merkt, dass da viel Geld in die Hand genommen wurde. Wir haben uns bei unserer Parodie auch entsprechend Mühe gegeben. Gerade was die aufwendigen Kostüme aus dem Original angeht – da wird schon viel Arbeit in die Inszenierung gesteckt.

"Binge Reloaded" ab 4. Dezember bei Amazon Prime Video

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