Im Kölner "Tatort" ist Roland Riebeling Oberkommissar Jütte, der eins als Urlaubsvertretung anfing und nun aus dem Kölner Team nicht mehr wegzudenken ist. Im "HALLO"-Interview spricht Riebeling darüber, warum ihm die Rolle so am Herzen liegt.

Seit 2018 spielen Sie den Assistenten Norbert Jütte im "Tatort" Köln, an diesem Sonntag sind Sie zum achten Mal dabei. Wie ist es so als ewiger Assistent?

Mit der Rolle fühle ich mich sehr wohl, denn Norbert ist ein sehr spezieller Assistent. Mit der Figur können die Autoren eine ganze Menge anfangen und sie ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Sie sprechen von Norbert. Wie werden Sie auf der Straße angesprochen: mit Jütte oder Ihrem echten Namen?

Ich werde inzwischen sehr häufig mit Jütte angesprochen. Wenn wir eine "Tatort"-Ausstrahlung hatten, geht das in den ersten 14 Tagen danach oft so. Wenn ich dann im Zug sitze, unterwegs zu einem Drehtag oder zu einer Theatervorstellung, dann werde ich oft auf die Figur Norbert Jütte angesprochen. Das ist aber auch schön und gehört mit dazu.

War Ihnen diese Rolle von Anfang an so klar?

Die Rolle entwickelt sich natürlich. Mir war von Anfang an längst nicht alles klar. Es kommen ja immer neue Facetten hinzu. Bei einem "Tatort" hat Norbert zum Beispiel sehr viel Torte gegessen. Das war plötzlich sehr populär. Mittlerweile tut er das gar nicht mehr. So langsam ist der Norbert also von der Torte weg und hat andere spannende Themen.

Nur raus aus dem Büro durfte er bislang nicht. In der jetzigen Folge ist es endlich so weit. Hat Jütte darauf gewartet?

Zunächst nicht, er hatte ja einen Herzinfarkt. Norbert Jütte freut sich immer sehr, wenn er an seinem Schreibtisch sitzen darf. Es ist schon etwas ganz Besonderes für ihn, dass er jetzt zum ersten Mal draußen ermittelt.

… im Jugendamt. Und da fühlt er sich auch gleich sehr wohl.

… genau, da musste man ihn aber auch ein bisschen hintragen. Also Begeisterung sieht anders aus.

Aber Jütte braucht sich doch gar nicht verstecken. Schließlich kommt von ihm ganz oft der entscheidende Hinweis!

Ja, das ist total schön. Mich freut es sehr, dass meine Figur so eng an den beiden Hauptkommissaren dran ist. Dieses Dreiergespann wächst immer mehr zusammen. Norbert Jütte fing ja als Urlaubsvertretung an, aber mittlerweile kommen sich die Drei mit allen Aufs und Abs doch immer näher. Jütte unterstützt seine Chefs schon sehr und ist eigentlich sogar ein guter Kumpel.

Manchmal ist er dann aber doch wieder herrlich tollpatschig. In der aktuellen Folge ist ihm seine selbst gebaute Lichtdusche auch mal wichtiger ist als ein Telefonat mit seinem Chef Max Ballauf.

Ja, Nobert hat oft ein schlechtes Timing. Er wird meistens dann gefilmt, wenn er gerade Pause macht. Aber oft macht er ja eben keine Pause. Denn er macht ja schon seinen Job – zwar in seinem eigenen Tempo und mit seinem eigenen Bezug zur Arbeit, aber eigentlich macht er seinen Job mit großer Hingabe. Er arbeitet schon sehr akribisch. Das merkt man meistens erst in den Ergebnissen.

Sehr haben sehr lange Theater gespielt. Rückt das jetzt in den Hintergrund?

Nein, Theaterspielen ist immer noch wichtig für mich. Ich finde Drehen und Theaterspielen sind wie zwei verschiedene Sportarten. Es ist zwar beides Schauspiel und beide Male sollte man möglichst authentisch sein, aber die Mittel sind andere. Darauf möchte ich gar nicht verzichten. Irgendwie bin ich ein Theaterpferd: Ich brauche schon meine regelmäßigen Vorstellungen.

Was steht denn diesem Jahr noch in Ihrem Kalender?

Einiges! Ab April wird die zweite Netflix-Staffel "How to Sell Drugs Online fast" ausgestrahlt. Im Augenblick spiele ich am Theater Bonn den Graf von Kent in Shakespeares "König Lear" und an der Oper Duisburg werde ich im Sommer in "Antigone" den König Kreon spielen.