30.11.2020 Schauspielerin

Elena Uhlig

Schauspielerin Elena Uhlig.
Schauspielerin Elena Uhlig.  Fotoquelle: imago images/Future Image

In Rolf Silbers Komödie spielt Elena Uhlig eine von drei Halbschwestern, die ausgerechnet in der Adventszeit um das Erbe ihres gemeinsamen Vaters (Peter Lerchbaumer) streiten. Im Interview spricht sie über die Dreharbeiten und wie sie Weihnachten gerne feiert.

Die "Weihnachtstöchter" – drei völlig unterschiedliche Frauencharaktere. Was hat Katarina, was ihre Halbschwestern nicht haben, und was war reizvoll daran, sie zu spielen?

Katarina ist sehr gefühlvoll. Als "Sandwichkind" steht sie zwischen ihren beiden Schwestern und musste immer alles allein regeln. Wenn ich mich für eine Rolle entscheide, ist es eigentlich nie ein einzelner Aspekt, sondern das Gesamtkonzept. Hier hat einfach alles gepasst und war sehr reizvoll: die Rolle, die Kolleginnen und Kollegen, auch das Drehbuch, das zum Nachdenken anregt.

Vor der Kamera ist sich das Schwesterntrio nicht ganz grün. Wie gut haben Sie sich mit Felicitas Woll und Gesine Cukrowski hinter der Kamera verstanden? 

Es war herrlich, wir haben uns irgendwie sofort ineinander verliebt. Gesine Cukrowski kannte ich schon aus Berlin, und wir sind ohnehin freundschaftlich verbunden. Felicitas Woll und ich sind bei derselben Schauspieleragentur. In den Drehpausen haben wir drei immer in dem skurrilen 70er-Jahre-Keller der Villa zusammengesessen, weil das der ruhigste Platz war. Da wir alle im selben Hotel gewohnt haben, trafen wir uns dort ebenfalls ab und zu. Es war eine schöne Zeit – bis auf eine Tatsache: dass meine Filmschwestern die viel schöneren Zimmer mit Blick zum Garten hatten.... Nein, Spaß (lacht).

Ein großes Thema des Films sind Erbstreitereien – hatten Sie schon mal mit dem Thema Erben zu tun?

Nein, Gott sei Dank nicht. Aber ich gehöre auch nicht zur Erbengeneration, und die berühmte reiche Tante in Amerika gibt’s bei uns auch nicht, soweit ich weiß. Die Aussicht, nichts zu erben, ist doch gar nicht schlecht, dann gibt's wenigstens keinen Kampf in der Familie. Ich bin ohnehin der Ansicht, jeder sollte sein eigenes Geld verdienen und seinen eigenen Weg gehen, ohne darauf zu hoffen, dass irgendwann ein großes Erbe kommt. Das ist viel spannender.

Auch nach dem Tod kann Katarina ihren Vater noch sehen und sich mit ihm unterhalten. Wie herausfordernd war es, mit einem Geist"zu drehen? Worauf muss man besonders achten, damit die Szenen am Ende nicht kitschig werden?

Da habe ich völlig Regisseur Rolf Silber vertraut. Ein alter Hase im Filmgeschäft, aber noch jung im Kopf. Ich kenne ihn schon lange, und er kann sehr gut Komödien inszenieren. Er hatte sehr genaue Vorstellungen von einer Szene, war aber trotzdem bereit, über neue Ideen zu sprechen. Die Szenen mit meinem Filmvater Peter Lerchbaumer waren ganz unterschiedlich. Manchmal sprachen wir direkt miteinander, aber oft durfte ich ihn nicht anschauen, so dass es eher Selbstgespräche waren, die ich führte. Wie bei Telefonaten im Film, da gibt es ja auch kein Gegenüber, mit dem wir agieren können.

Die kleine Amanda erobert die Herzen der drei Schwestern, so dass sie sogar über eine Adoption nachdenken. Hatten Sie schnell einen Draht zu der jungen Darstellerin Yuna? 

Ja. Sie war sehr aufgeschlossen, und man merkte, dass sie richtig Lust darauf hatte zu spielen, da war nichts von außen erzwungen. Sie ist ein ziemlicher Wirbelwind, und wir haben uns sehr gut verstanden – und nein, über eine Adoption habe ich im Gegensatz zu Katarina im Film nicht nachgedacht. Ich habe vier Kinder, das genügt (lacht). 

Weihnachten bei den Königs – eine turbulente Feier, am Ende aber auch mit besinnlichen Momenten. Wie darf man sich Weihnachten im Hause Uhlig vorstellen? 

Wild. Und sehr familiär. Für uns ist es vor allem ein Fest der Kinder und der Liebe. Aber Stress gibt’s natürlich auch, man muss ja schon im Januar anfangen, die Geschenke zu besorgen, damit im Dezember dann alles komplett ist. Auch das Weihnachtsessen wird fleißig diskutiert. Für mich ist, ganz klassisch, die Gans wichtig. Fisch finde ich nicht so gut, auch nicht Würstchen mit Kartoffelsalat an Heiligabend. Leider kann ich mich nicht jedes Mal durchsetzen. Traditionell wird bei uns auch gesungen.

Montag, 14. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF

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