Der frühere Zehnkämpfer Frank Busemann (Silber bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta) engagiert sich für das Sportabzeichen. Im Interview erklärt er, warum und berichtet von ganz besonderen Erlebnissen.

Weshalb engagieren Sie sich für das Sportabzeichen?

Bevor ich 2009 zum ersten Mal bei einer Sportabzeichentour gewesen bin, da dachte ich zunächst: Kinder haben doch eigentlich gar keine Lust dazu. Aber das war völlig anders, die hatten total viel Spaß sich auszuprobieren. Wichtig ist nur, dass wir den Kindern immer die Möglichkeit zur Bewegung bieten, dann haben sie sofort Lust darauf. Sie lieben es, miteinander im sportlichen Wettstreit zu stehen. Ich finde, Bewegung ist sehr wichtig! Sport und Bewegung waren immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, das wird auch immer so bleiben. Und außerdem ist das Sportabzeichen ja der klassische Mehrkampf. Und da ich ja auch Mehrkämpfer und vor allem Zehnkämpfer war passt mein Engagement für das Sportabzeichen perfekt!

Wie oft haben Sie schon das Sportabzeichen abgelegt?

Gezählt habe ich das bislang noch nicht. Als Kind habe ich es oft gemacht, jetzt habe ich es die letzten Jahre auch immer abgelegt, also habe ich jetzt sicher schon zehn bis 15 Sportabzeichen.

Wann haben Sie Ihr erstes Sportabzeichen abgelegt?

Das war im Alter von sechs oder sieben Jahren. Meine Eltern waren total sportverrückt, da liegt das in der Familie.

Weshalb sollten mehr Menschen das Sportabzeichen ablegen?

Ganz einfach: Um sich herauszufordern, sich dafür ein Ziel zu stecken und dann zu schauen, ob sie dieses Ziel erreichen können. Und wenn sie es nicht schaffen, dann sollten sie überlegen, was sie dafür tun können, um es zu schaffen. Und genau dafür ist das Training zum Sportabzeichen da. Und schließlich geht es doch auch darum, ein Erfolgserlebnis zu haben.

Haben Sie eine lustige oder interessante Situation zum oder beim Sportabzeichen erlebt? Falls ja, welche?

Ja, da fallen mir gleich zwei Geschichten ein: Es kamen einmal zwei 15-jährige Jungs zu mir und wollten, dass ich sie mir anschaue. Dann sind sie jeder 100 Meter gelaufen und haben mich anschließend gefragt: "Wie waren wir?" Ich habe sie dann gefragt, weshalb sie getrennt voneinander gelaufen sind und nicht gemeinsam. Aber das wollten sie nicht, beide hatten Angst, gegen den anderen zu verlieren. Und ich finde: Genau darum geht es beim Sportabzeichen – gegeneinander antreten und voneinander lernen, um dadurch besser zu werden. Das hat mit Verlieren gar nichts zu tun. Ein anderes Mal war ich dabei, als ein sehr unsportliches Kind mehrfach versucht hat, beim Weitsprung die geforderte Weite zu erreichen. Es hat nicht funktioniert. Die Lehrerein war total nett, der Junge durfte es immer und immer wieder versuchen. Und dann kam das Beste: Am Schluss stand die ganze Schulklasse an der Weitsprunggrube und hat den Jungen aus tiefsten Herzen mit rhythmischem Klatschen geholfen – das war richtig klasse!

Was ist Ihnen persönlich zum Sportabzeichen wichtig?

Wichtig ist, sich gut vorzubereiten. Einfach nur mal so dort hingehen, das ist nicht gut. Das kann den Körper auch überfordern. Tasten Sie sich regelmäßig in kleinen Schritten heran, dann macht das Sportabzeichen richtig Spaß!

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