Warum Flensburg und Glücksburg an der Flensburger Förde wunderbare Urlaubsziele für die ganze Familie sind.

"GGGMF" steht als Inschrift über dem Tor: Gott gebe Glück mit Frieden. Das Motto von Herzog Johann d. J. zu Schleswig-Holstein-Sonderburg hat dem wohl schönsten Wasserschloss Nordeuropas seinen Namen gegeben: Glücksburg. Majestätisch wie ein weißes Märchenschloss ragt es aus dem Wasser empor. Johann ließ es zwischen 1582 und 1587 auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters bauen, dessen Baumaterial dafür wiederverwendet wurde. Daher steht das Schloss nicht wie die meisten Wasserschlösser auf Pfählen, sondern auf einem zweieinhalb Meter hohen Granitsockel.

Das Schloss gilt als Wiege zahlreicher Königshäuser und diente zeitweise auch als Regierungssitz der dänischen Könige – denn Glücksburg ist die nördlichste Stadt Deutschlands. Das Städtchen liegt direkt an der dänischen Grenze, die quer durch die Flensburger Förde verläuft. Besucher können das Wasserschloss besichtigen. Es lohnt sich, eine Führung zu buchen – schon allein wegen der vielen Anekdoten. Man erfährt etwa, dass in Schloss Glücksburg "Der Fürst und das Mädchen" mit Maximilian Schell gedreht wurde.

Hotel mit bewegter Geschichte

Von Schloss Glücksburg sind es nur ein paar Schritte bis zu einem anderen "weißen Schloss". Direkt an der Flensburger Förde liegt das historische "Strandhotel Glücksburg". Das Hotel hat eine bewegte Geschichte: In dem mondänen – im Jahr 1872 gebauten Haus – logierten schon illustre Gäste wie Kaiser Wilhelm II. Auch Thomas Mann und Emil Nolde oder der Industrielle Alfred Krupp haben hier die Sommerfrische genossen.

Vom Bootsanleger am Strandhotel hat man das Nachbarland Dänemark schon vor Augen – von dort fährt auch die Fähre über die Förde nach Flensburg. Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt und schon steigt man mitten im historischen Hafen aus. Hier kann man beim Flanieren der 700-jährigen Geschichte der Stadt nachspüren und auf Holm und Großer Straße, Schleswig-Holsteins längster Einkaufsstraße, bummeln. Flensburg ist bekannt für sein Verkehrssündenregister, die Erotikhändlerin Beate Uhse, Handball, das Bier mit dem Plopp und seine Rumtradition, war Rum doch viele Jahre das wichtigste Handelsgut der Stadt. Von Flensburg aus fuhren die Handelsschiffe zu den dänischen Kolonien in der Karibik, aus dem karibischen Zuckerrohr wurde in Flensburg dann der Rum produziert. Noch heute zeugen die vielen Höfe und frühere Handelshäuser der Altstadt von diesem Kapitel und ein Besuch einer Rumbrennerei ist ein Muss.

Platz 2 ist das große Ziel

In Erinnerung daran spielt der Rum auch eine wichtige Rolle bei der seit 1980 jährlich zum Christi-Himmelfahrts-Wochenende stattfindenden Rum-Regatta auf der Flensburger Innenförde. Es ist das größte Gaffelsegler- Treffen Nordeuropas mit weit mehr als 100 teilnehmenden Schiffen. Auch der aus Flensburg stammende Polarforscher Arved Fuchs segelt oft mit seinem Expeditionsschiff Dagmar Aaen mit. Ziel der teilnehmenden Traditionssegler ist der zweite Platz, denn dieser wird mit einer Drei-Liter-Flasche Johannsen- Rum von einem der beiden letzten Rumhäuser in Flensburg belohnt. Der erste Platz wird dagegen nur mit einem symbolischen Preis ausgezeichnet. Viele Skipper bemühen sich daher, auf keinen Fall als Erster die Ziellinie zu durchlaufen. Die Rum-Regatta zieht mittlerweile mehr als 30.000 Besucher an und entwickelt sich zu einem großen Volksfest mit Gaffelmarkt und Musik rund um den Flensburger Hafen. Wer noch näher dran sein will: Für die Regatta werden auch Mitsegelmöglichkeiten auf den historischen Schiffen angeboten, für die man sich frühzeitig anmelden sollte.