Ein argentinischer Schrifsteller gewinnt den Nobelpreis für Literatur. In seinem Heimatdorf will er sich feiern lassen, doch es prallen Kulturen aufeinander. Eine ebenso satirische wie schwarze Komödie.

Was passiert, wenn große Weltliteratur auf abgelegene Provinz trifft? Den denkbar schlimmsten Ausgang jenes Aufeinanderprallens von Kulturen und Milieus beschreibt der argentinisch-spanische Film "Der Nobelpreisträger", den ARTE nun zur Primetime am Mittwochabend zeigt. Hauptfigur ist der titelgebende Schriftsteller Daniel Mantovani, der sein großes Ziel erreicht hat: Für seinen letzten Roman erhielt der linksliberale Autor den Literaturnobelpreis. Prompt wird der seit Jahrzehnten in Barcelona lebende Star in seinen kleinen Heimatort in Argentinien eingeladen, um dort zum Ehrenbürger ernannt zu werden.

40 Jahre, nachdem er das Dorf in der Provinz verlassen hat, kehrt Mantovani also zurück – und wird zunächst verehrt und in den Himmel gelobt. Doch die Freude der Dorfbewohner über die Weltberühmtheit aus Europa hält nicht ewig an: Missgunst und Neid auf den liberalen Städter brechen sich langsam Bahn. Als der Autor dann auch noch der Tochter seiner Ex-Geliebten Avancen macht, droht die Situation zu eskalieren. Der von Gutmütigkeit und Nostalgie geprägte Literaturnobelpreisträger wird gejagt und gedemütigt – und findet sich plötzlich in einem veritablen Horrortrip wieder.

Mit schwarzem Humor und der grotesken Erzählkunst lateinamerikanischer Spielart inszenieren die Regisseure Gastón Duprat und Mariano Cohn das Aufeinandertreffen von Provinz und großer Welt, von Einfältigkeit und Liberalismus. Für seine Rolle des Nobelpreisträgers wurde Oscar Martinez 2016 in Venedig der Preis für den besten Darsteller verliehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst