"Borchert und der Tote im See"

"Der Zürich-Krimi": Borchert gegen die albanische Mafia in Zürich

von Wilfried Geldner

Borcherts Patentochter wird am Flughafen mit Drogen erwischt. Wer hat sie ihr untergeschoben? Etwa ihr Freund, der Sohn eines albanischen Geschäftsmannes? Borcherst neunter Fall führt ihn in den Bereich der albanischen Drogenmafia.

ARD
Der Zürich-Krimi: Borchert und der Tote im See
Krimi • 07.05.2020 • 20:30 Uhr

Eigentlich will Borchert (Christian Kohlund), der "Anwalt ohne Lizenz", im neuen Fall, "Der Tote im See", nur seine Patentochter am Flughafen abholen. Doch am Gepäckband gibt's Probleme. Jenny (Lea Freund) wird gefilzt, in ihrem Rucksack wird ein halbes Kilo Haschisch gefunden. Keine Frage, dass Borchert gleich ins Flughafen-Innere stürmt und Jenny da herausboxt. Sie sei in Anwesenheit eines männlichen Beamten untersucht wurden, so behauptet er. Doch wer hat Jenny das Haschisch untergeschoben – sollte es Jennys Freund aus Tirana gewesen sein, mit dem sie soeben angekommen ist? 

Jennys Freund Dorian (Nicola Perot) ist der Sohn des Geschäftsmannes Gjeluci (Peter Davor), der eine Stiftung für kranke Kinder ins Leben rief, mit Klinik in Tirana und Reha in Zürich. Jenny will Kinderärztin werden und machte in Albanien ein Praktikum. Nun rüttelt Jenny vergeblich am Gittertor der Villa Gjelucis. Da helfen keine Tränen.

"Ich werde mich nicht mit der Mafia anlegen", sagt Borcherts Kanzleipartnerin Dominique (Ina Paule Klink) . Denn spätestens, als ein Motorboot Gjeluci beim Bad im Zürichsee beseitigt, ist klar, das dessen Importfirma keineswegs nur mit albanischen Kräutern wie Salbei und Rosmarin handelt, sondern ganz andere Firmenkaliber deckt. Borcherts Freund, der Wirtschafstsanwalt Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler), klärt diesbezüglich so kurz wie umfassend auf – die Fakten, die er nennt, sind keineswegs nur aus der Luft gegriffen. Geldwäsche der Mafia ist in der Schweiz ein Riesenproblem.

Für Trivialbilder, wie die stereotyp wiederkehrenden Nahaufnahmen und häufiges Zürich-Sightseeing aus der Luft (Regie: Florian Froschmayer), entschädigt einmal mehr die Figur des Anwalts Borchert selbst, des einsamen Züritigers mit der Samtpfote im Hals und dem dicken, so akkurat zum Dreiteiler passenden Krawattenknoten. Dass er die gesamte Albanier-Mafia der Schweiz ausheben würde, durfte man ohnehin nicht erwarten. Aber als kühner Eindringling in allen Großmarkt-Lagen und albanische Trauerfeiern klärt er natürlich auch diesen, seinen neunten Donnerstagsfall, auf. Recht eigentlich besehen, kam es ja nur darauf an, Jennys Unschuld zu beweisen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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