Fünfter Teil bei SAT.1

"Ice Age – Kollision voraus!": Eiszeit-Tiere in der Midlife-Crisis

von Eric Leimann

Ein riesiger Meteorit rast auf die Erde zu. Können die Eiszeit-Tiere den Weltuntergang verhindern? Erzählerisch wandelt der fünfte Teil auf dünnem Eis ...

SAT.1
Ice Age – Kollision voraus!
Trickfilm • 10.10.2020 • 20:15 Uhr

Mammut, Säbelzahntiger, Faultier und das fiktive Rattenhörnchen sind wieder da. Was sagt uns dieses Ensemble ausgestorbener Tiere? Richtig, ein "Ice Age"- Film steht an. SAT.1 wiederholt den fünften Teil der viel beachteten Reihe nun zur Primetime. Diesmal müssen Manni, Diego und Sid zusammen mit ihrer Herde den Untergang ihrer eiszeitlichen Welt verhindern. Tollpatsch-Tierchen Scrat löst – nachdem er ein gefrorenes UFO wieder gangbar gemacht hat – eine kosmische Katastrophe aus. Seine ewige Jagd nach der Eichel setzt sich im All fort, wodurch leider die Planeten durcheinandergeraten. Nun rast ein riesiger Meteorit auf die Erde zu. Können die Tiere den Untergang ihrer Welt noch abwenden?

Der erste "Ice Age"-Film durfte sich 2002 über ein sehr positives Echo freuen. Das Produkt aus dem Hause "Blue Sky Studios", der Animationsabteilung von 20th Century Fox, überzeugte damals als ausgesprochen witziger, technisch hochwertiger Unterhaltungsfilm.

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Nun jedoch sind die sehr unterschiedlichen Charaktere auserzählt und müde. Fast scheint es, als würden die schon lange mit der Reihe beschäftigten Kreativen – die Drehbuchautoren Michael Berg und Michael J. Wilson sowie die Regisseure Mike Thurmeier und Galen T. Chu – ihre eigene Midlife-Crisis in die Eisweltbewohner hineinprojizieren. So beschäftigen sich Mammut Manni (deutscher Sprecher: Thomas Nero Wolf) und Gattin Ellie mit der bevorstehenden Hochzeit von Tochter Peaches und dem anstehenden "Empty Nest"-Blues. Auch Säbelzahnpaar Diego (Thomas Fritsch) und Shira machen sich Gedanken darüber, ob sie etwa gute Eltern wären. Die schwer vermittelbare Nervensäge Sid (Otto Waalkes) hingegen darf sich in diesem Film tatsächlich mal verlieben.

Während typische "Ice Age"-Themen wie Familie und Freundschaft auf mittlerem Sitcom-Komikniveau beiläufig verhandelt werden, hat die animierte Action-Choreografie – um nicht zu sagen: das Action-Geballer – den Film, auf Kosten von Storytelling und Charakterführung, fest im Griff. Und während Technik und Rasanz der Animation stimmen, sind sämtliche neuen Tiere, die die Herde auf ihrem Exodus trifft, allzu schrill geraten.

Bei 406 Millionen US-Dollar Einspielergebnis weltweit (2,9 Millionen Besucher allein in Deutschland) ist eine weitere Fortsetzung dennoch nicht ausgeschlossen. Ob und wann es sie geben wird, ist derzeit offen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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