Wiederholung im ZDF

"Wilsberg: Prognose Mord" – Flüchtlingsmafia in Münster

von Wilfried Geldner

Auf neue "Wilsberg"-Folgen warten die Fans nun schon seit April. Das ZDF strahlt nun eine Folge von 2018 aus, in der ein Steuerfahnder, der sich später als LKA-Agent entpuppt, ausgerechnet an seinem Geburtstag ermordet wird. Kommt Wilsberg der Münsteraner Mafia auf die Spur?

ZDF
Wilsberg: Prognose Mord
Kriminalfilm • 10.10.2020 • 20:15 Uhr

Die letzte neue Folge "Wilsberg" wurde am 18. April dieses Jahres ausgestrahlt – und bescherte der Krimi-Reihe aus Münster nicht weniger als einen neuen Zuschauer-Rekord: 9,06 Millionen schalteten für die insgesamt 68. Episode namens "Vaterfreuden" ein, zwei weitere Premieren liegen noch in der Schublade. Die Dreharbeiten zu den Folgen 71 und 72 gingen im Juli über die Bühne – Corona-bedingt wurde allerdings nur drei Tage lang in Münster gedreht. Probleme, an die beim Dreh von "Prognose Mord" (Buch: Eckehard Ziedrich, Regie: Thomas Kronthaler), noch nicht zu denken war. Der 59. Fall der Reihe aus dem Jahr 2018 wird nun im ZDF wiederholt.

Wie gewohnt dreht sich darin alles um die alte Freund-Feind-Besetzung zwischen den Amateuren um Wilsberg (Leonard Lansink), dessen Antiquariat man diesmal schmerzlich vermisst, und den "Profis" um Kommissarin Springer (Rita Russek) und ihrem Kollegen Overbeck (Roland Jankowsky), der stets die lustige Figur machen muss.

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Diesmal allerdings ist die Story dann doch ziemlich verzwirbelt und von hinten her aufgezäumt – und auch, leider, über weite Strecken nur mäßig witzig. Ein Steuerfahnder, der sich später als LKA-Agent herausstellt, wird just bei seiner Geburtstagsfeier ermordet. Offensichtlich von der eigenen Ehefrau, die noch mit der Pistole in der Hand über dem Opfer kniet.

Doch ganz so billig sind Täter oder Täterin im Münsteraner Krimi dann doch nicht zu haben. Während Overbeck, der Trottel vom Hauptkriminaldienst, eine russische Software für sich entdeckt, mit der er künftige Verbrechen verhindern kann, die sich dann aber doch nur als Fahrraddiebstahl erweisen, treffen Wilsberg, Ekki (Oliver Korittke) und Alex (Ina Paule Klink) auf einen dubiosen Handy-Händler, der auf den Schulden für 100 Smartphones sitzen bleibt. Die Spur führt – nicht zuletzt dank GPS – zu Drahtziehern im Hintergrund. Der Handy-Betrug ist dabei nur die letzte Masche in einem Netz aus Sozialbetrug mit Immigranten aus dem Osten im großen Stil.

Es geht um Wohn- und Arbeitslosengeld, um Dumpinglöhne und um die einbehaltenen Beiträge für einen finsteren Flüchtlingshilfsverein. Es sind da Abzocker am Werk, die mit behördlicher Hilfe tatsächliche und frei erfundene Menschen aus Rumänien und Bulgarien im großen Stil missbrauchen. Falsch verstanden, wirkt die Kriminalsatire wie Wasser auf die Mühlen der AfD. Ein Spaß, der seine Wermutstropfen hat.

Die beiden erwähnten, im Juli abgedrehten, Folgen waren die letzten für Ina Paule Klink als Wilsbergs Film-Patentochter Alex. Sie verlässt die ZDF-Reihe auf eigenen Wunsch, Fans diskutierten daraufhin auf Social Media eifrig über eine Nachfolgerin – ob es die überhaupt geben wird, steht allerdings noch nicht fest.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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