Komödie in SAT.1

"Plötzlich Familie": Drei Kinder auf einen Streich

von Jan Treber

Ein Paar wünscht sich ein Kind – und muss sich plötzlich direkt um drei kümmern. "Plötzlich Familie" erfindet die Komödie nicht neu, erzählt die Geschichte aber auf überraschend amüsante und leichtfüßige Art.

SAT.1
Plötzlich Familie
Komödie • 07.02.2021 • 20:15 Uhr

Mit seinen beiden "Daddy's Home"-Komödien feierte Regisseur Sean Anders zuletzt große Erfolge an den Kinokassen – mit bisweilen ziemlich albernem Humor. In seiner Komödie "Plötzlich Familie" (2018), die SAT.1 nun erneut zeigt, wird der Kalifornier deutlich persönlicher und setzt dabei etwas mehr auf Sentimentalität, wartet aber dennoch mit reichlich Gags auf. Inspiriert zu der Geschichte wurde Anders von seinem eigenen Leben. Seine Frau und er adoptierten gleich mehrere Kinder.

Dasselbe erlebt das von Mark Wahlberg und Rose Byrne gespielte Paar Pete und Ellie Wagner. Die Eheleute haben das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt. Ein Adoptivkind soll ihrem Mittelklasseleben neuen Sinn geben. Zunächst zögern sie, als man ihnen vorschlägt, die 15-jährige Lizzy (Isabela Moner) in ihre Obhut zu nehmen – zumal es das Mädchen nur im Dreierpack gibt, zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz). Die Mutter der drei Kinder, so erfahren die Wagners, sitzt wegen ihrer Drogensucht im Gefängnis.

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Pete und Ellie lassen sich dennoch auf die Herausforderung ein und nehmen die drei Kids bei sich auf. Zunächst scheint alles gutzugehen – die pubertierende Lizzie aber rebelliert schon bald, weil sie immer noch davon träumt, mit ihren Geschwistern zu ihrer Mutter zurückkehren zu können. Die frischgebackenen Eltern sind dennoch gewillt, für das gemeinsame Familienglück alles zu geben.

Wer Regisseur Sean Anders nur von seinen "Daddy's Home"-Filmen kennt, den erwartet bei "Plötzlich Familie" eine Überraschung. Denn anstelle von Slapstick und reichlich überbordenden Gags gibt es hier eher stillen, aber nicht weniger wirkungsvollen Humor. Ein paar schräge Ausreißer sind vorhanden. In erster Linie versteht sich "Plötzlich Familie" aber als unschuldige, mit leichtem Tiefgang versehene Komödie. Zwar droht der Film immer wieder, im Kitsch zu versinken. Anders gelingt es aber, diese Gefahr stets aufs Neue zu umschiffen. Er kann sich dabei auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Die Chemie zwischen Wahlberg und Byrne stimmt.

Am besten ist aber Isabela Moner, die erstmals mit "Sicario 2" auffiel und hier die aufmüpfige, aber auch sehr selbstständige Lizzy spielt. Ihr gelingt die vielseitige Darstellung eines Mädchens, das nach außen hin hart erscheinen will, aber innerlich doch sehr verwundbar ist. Im Zusammenspiel mit den neuen Eltern ergeben sich so ein paar herzliche, schöne Momente. Wunderbar sind Octavia Spencer und Tig Notaro, die die Pflegeelternvermittler spielen und nur wenige Szenen haben, aber für einige der besten und lustigsten Momente zuständig sind.

Natürlich ist nichts an "Plötzlich Familie" wirklich neu, aber die Umsetzung ist warmherzig und ausgesprochen schön inszeniert. Regisseur Anders ist eine Komödie für die ganze Familie gelungen, der es schafft, eine ernsthafte Thematik auf amüsante und leichtfüßige Art zu erzählen – ein Film, der das Herz erwärmt.

Plötzlich Familie – So. 07.02. – SAT.1: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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