Die Mietpreise in den Städten explodieren, viele Menschen werden dadurch zum Umzug gezwungen. Eine Dokumentation zeigt, was schief läuft auf dem deutschen Wohnungsmarkt.

Seit 50 Jahren nennt das Stuttgarter Rentnerpaar Atorf ihre 60-Quadratmeter-Wohnung ihre Heimat. Fünf Jahrzehnte – mehr als ein halbes Leben. Doch die Atorfs werden ihre Wohnung nun wohl verlassen müssen. Der Grund sind satte Mietpreiserhöhungen in den vergangenen Jahren. 1.137 Euro statt wie zuvor 431 Euro – das können sich die Rentner nicht leisten.

Der Film "Was Deutschland bewegt – Wohnen. Mieten. Abzocken." von Claus Hanischdörfer und Hanspeter Michel zeigt weitere erschütternde Beispiele. Die Autoren führen unter anderem auf, dass viele Mieter schon jetzt die Hälfte ihrer Einkommen nur für das Wohnen ausgeben. Tendenz wohl steigend! Doch wie lässt sich überhaupt rechtfertigen, dass eine Miete wie bei Atorfs um mehr als 100 Prozent gesteigert werden darf?

Verantwortlich dafür werden unter anderem global agierende Finanzunternehmen gemacht. Sie haben den deutschen Wohnungsmarkt längst als Goldgrube entdeckt. Rund eine Million Wohnungen hierzulande befinden sich unter der direkten Kontrolle von finanzmarktorientierten Fondsgesellschaften und Börsenkonzernen. Das große Geld kommt, wenn Wohnungen etwa nach Modernisierungsmaßnahmen weiterverkauft werden können. Die anfallenden Kosten werden dann auf die Miete umgelegt. Die Mieter in einem Gebäudekomplex in Freiburg-Landwasser wissen ein Lied davon zu singen. In den vergangenen Jahren hat hier viele Male der Besitzer gewechselt. An wen die Bewohner nunmehr ihren Obolus abdrücken, wissen sie längst nicht mehr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst