Budd Boetticher

Als Western-Regisseur erfolgreich: Budd Boetticher  Vergrößern
Als Western-Regisseur erfolgreich: Budd Boetticher 
Budd Boetticher
Geboren: 29.07.1916 in Chicago, Illinois, USA
Gestorben: 29.11.2001 in Ramona, Kalifornien, USA

Budd Boetticher war einer der letzten Regisseure, die aus eigener Anschauung noch eine Ahnung vom Mythos Hollywood vermitteln können. Mit dem stoischen Randolph Scott verband den Autor, Regisseur, Produzenten und Schauspieler große Zuneigung und ein gemeinsames Werk von einer Reihe von Western, die zu den Meisterwerken des Genres gehören, obwohl sie als "kleine" Filme produziert wurden. Dazu gehören "Um Kopf und Kragen" und "Fahrkarte ins Jenseits" (beide 1957), "Messer an der Kehle", "Sein Colt war schneller" (beide 1958), "Auf eigene Faust" und "Einer gibt nicht auf" (beide 1959).

Mit Leidenschaft verteidigte Budd Boetticher auch den als schwierig und höchst arrogant verschrieenen ehemaligen Kriegshelden Audie Murphy gegen alle Vorwürfe. Mit ihm drehte er 1969 den düsteren Western "Zeit zum Sterben" - für beide der letzte Spielfilm. 1971, im Jahr der Uraufführung, verunglückte Murphy tödlich. Boetticher war ein leidschaftlicher Anhänger des Stierkampfs, den er von der Pike auf erlernte und der ihn Anfang der Vierzigerjahre zum Kino brachte. Denn nach seiner Studienzeit an der Culver Militär-Akademie und der Ohio State University, Boetticher war übrigens in dieser Zeit auch ein sehr guter Football-Spieler und Boxer, ging er nach Mexiko, wo er seine Liebe für den Stierkampf entdeckte und zu einem hervorragenden Kämpfer avancierte.

Über seine Beziehungen zu Hal Roach gelangte Boetticher schließlich an erste Filmjobs, so trainierte er Tyrone Power, den Star von Rouben Mamoulians Klassiker "König der Toreros" (1941), für die Auftritte als Torero. Diese Leidenschaft und die lebenslange Freundschaft zu dem Star-Torero Carlos Arruza führte Boetticher auch zu einem siebenjährigen Kampf um die Verwirklichung der Filmbiographie "Arruza" (1959-1968), die er selbst finanzierte, produzierte, schrieb und inszenierte. Eine harte Zeit für Boetticher, dem das Geld ausging und die Frau davonlief. Zu dieser Zeit erlitt er einen Nervenzusammenbruch, zeitweise saß er sogar im Knast.

Schon die Mitarbeit an Mamoulians "König der Toreros" hatte in Boetticher den Entschluss reifen lassen, selbst Karriere im Filmgeschäft zu machen. Nach einer Zeit als Studio-Laufbursche und als Regie-Assistent verfilmte er 1951 mit "Bullfighter and the Lady" sein erstes Drehbuch, Westernheld John Wayne produzierte den Streifen. Regisseur John Ford wurde zu einer der wichtigsten Mentoren des Nachwuchs-Talentes, der unter dem Namen Oscar Boetticher von 1942-1950 eine Reihe von B-Movies inszeniert hatte, und mit "Fluch der Verlorenen" schließlich einen ersten Erfolg feierte.

Nach seinen Western mit Randolph Scott folgten 1956 mit "Blutige Hände" und 1960 mit "The Rise and Fall of Legs Diamond" zwei Gangsterfilme, nachdem er bereits Anfang der 50er Jahre Abenteuerfilme ("Stadt unter dem Meer", "Gefangene des Dschungels") gedreht hatte. Als Darsteller konnte man den großen alten Mann des Hollywood-Western übrigens noch einmal in dem Thriller "Tequila Sunrise" (1988) bewundern. Hier spielte er den Richter Nizetitch.

Boetticher war ebenso zäh wie die Protagonisten seiner Filme. Kinopapst Andrew Sarris formulierte diese Besonderheit so: "Wo immer bei Boetticher die Aktion stattfindet, bei einer Corrida, im Planwagen oder in der Unterwelt, er kennt die feinen Nuancen des Machismo, jenes maskulinen Stolzes, aus dem sich sowohl der grandiose Stil als auch die fatalen Defekte seiner Helden speisen".


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