Lina Wertmüller

Arcangela Felice Assunta Wertmüller von Elgg
Lesermeinung
Geboren
14.08.1928 in Rom, Italien
Gestorben
09.12.2021 in Rom
Sternzeichen
Biografie

Die Rechtsanwaltstochter Arcangela Felice Assunta Wertmüller von Elgg muss eines der wildesten Mädchen von Rom gewesen sein. Sie flog von einer katholischen Schule nach der anderen, insgesamt waren es mehr als ein Dutzend. Dem Wunsch des Vaters, Jura zu studieren, widersetzte sie sich. Statt dessen bewarb sie sich an der Theaterakademie in Rom. 1951 machte Lina Wertmüller ihr Diplom, gründete eine Theatergruppe, schrieb selbst erste Stücke und ging auf Tournee durch Europa. Zurückgekehrt arbeitete sie als Journalistin, Schauspielerin, Autorin, Bühnenbildnerin und Regieassistentin.

Sie schloß sich einem Puppentheater an und kam durch ihre enge Freundschaft mit Marcello Mastroianni und seiner Frau Flora Carabella zum Film. Durch Vermittlung von Flora wurde sie Assistentin bei dem großen Federico Fellini, als dieser "Achteinhalb" drehte. Im selben Jahr, schon 35-jährig, realisierte sie ihren ersten Film: "Die Basilisken" (Die Basilisken, 1963). Im fast semi-dokumentarischem Stil erzählte sie vom Leben einer Handvoll von Kleinstadtbewohnern in der Provinz Basilicata im Süden Italiens. Menschen ohne Initiative, Leidenschaften und Sehnsüchte.

Nach der neorealistischen Groteske drehte Lina Wertmüller fürs Fernsehen, einen Schlagerfilm und einen feministischen Spaghettiwestern. Ihre fruchtbarste Schaffensperiode begann in den Siebigern. Mit "Mimi - in seiner Ehre gekränkt" (1972 den Regisseurpreis von Cannes), "Hingerissen von einem ungewöhnlichen Schicksal im azurblauen Meer im August" (1975) und "Sieben Schönheiten" (1976) feierte sie ihre größten Erfolge, auch in den USA, wo ihre Version eines politisierten Cartoons mit europäischem Tiefgang und populärem Anspruch auf Integration in eine populistische Massenkultur sie zu einer Kultfigur des radical chic avancieren ließ.

Dies sind auch die Filme, die von den beiden großartigen Schauspielern, Giancarlo Giannini und Marangela Melato, getragen werden. Erst Jahre später sind die Filme in Deutschland zu sehen. Ihr bekanntester Film hierzulande ist jedoch "Liebe und Anarchie" (1973), in dem sich ein Bauer, Giancarlo Giannini, nach Rom aufmacht, um Mussolini zu ermorden - ein überaus gelungener Polit-Film.

Weitere Filme von Lisa Wertmüller: "Diesmal sprechen wir über Männer" (1965), "Brutale Stadt" (Buch, 1970), "Operation gelungen - Patient tot" (1974), "In einer Regennacht" (1977), "Blutfehde" (1978), "Die Freundin meiner Frau" (1984), "Camorra" (1985), "Reich und gnadenlos" (1986), "Diese vitale Wut" (1989), "Sperelli setzt sich durch" (1992), "Lolita des Südens" (1995), "Shampoo, Sex und Politik" (1999).

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