Zhang Yimou

Gefeierter und vielfach ausgezeichneter Regisseur: 
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Gefeierter und vielfach ausgezeichneter Regisseur: Zhang Yimou 
Zhang Yimou
Geboren: 14.11.1951 in Peking, China

Nach dem Studium an der Filmhochschule in Peking arbeitet Yimou als Kameramann in Filmen wie "Eins und acht", "Gelbes Land" von Chen Kaige, "Die große Parade" und "Alter Brunnen", wo er auch als Hauptdarsteller agiert. Auf Festivals in Montreal und Hawaii wird er mehrfach ausgezeichnet. 1987 debütiert er als Regisseur mit dem Film "Rotes Kornfeld", der in Berlin ausgezeichnet wird. "Judou" (1990) und "Die rote Laterne" (1991) waren seine nächsten Werke.

Ein eigenwilliger Film von hohem künstlerischen Wert ist der 1991 entstandene Spielfilm "Die rote Laterne". In Venedig hatte er einen Silbernen Löwen erhalten. Der Titel ist für uns irreführend, denn es geht hier nicht um den Rotlichtbezirk, nicht um käufliche Liebe und Prostitution, sondern um ein Eheritual im Nordchina der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. In ruhigen, ritualisierten Bildern werden Leben und Alltag der privilegierten Frauen eines Herren vorgestellt. Sie leben in einem gewissen Luxus, sind jedoch völlig von der Willkür ihres Herren abhängig. Aber nicht nur er bestimmt, was geschieht, die Frauen untereinander nehmen sich jede Chance ihr Joch durch Solidarität zu sprengen: sie machen sich das Leben zur Hölle, betrügen sich gegenseitig und selbst die sanfteste von ihnen wird bisweilen zur eiskalten Schlange: Ihre stolze Dienerin muss den Ungehorsam gegenüber ihrer Herrin mit dem Leben bezahlen, eine Rivalin, die sie betrog, verletzt sie und den Herren führt sie mit vorgegebener Schwangerschaft an der Nase herum.

Anders als in seinem emphatischen Debütfilm "Rotes Kornfeld" (1987) tritt Zhang Yimou in "Die rote Laterne" nicht mit Thesen an, sondern erzählt breit ausladend eine schöne, epische Kinogeschichte, deren kritische Dimension in der Blickrichtung des Filmemachers liegt. Es fällt vor allem auf, dass der Ehemann und Herr immer aus einer gewissen Distanz gesehen wird, er gewinnt keine eigenen Konturen, wohingegen die einzelnen Frauen jede für sich zur Charakterfigur wird. In Farbe, Kleidung und Gestus haben sie alle eine Individualität und Schönheit. Jede einzelne von ihnen wird bei aller Raffinesse und Verschlagenheit als Opfer ihrer Position gesehen.

Wie dem Film das revolutionäre Pathos vom "Roten Kornfeld" fehlt, so ist der Blick der Kamera diesmal sehr zurückhaltend, distanziert. Sie wird nie penetrant, reißerisch und schwelgt nirgends in dekorativer Oberfläche. Immer wieder geht der Blick langsam gleitend über die immergleichen Innenhöfe und wenn sie einmal den engen Raum des Palastes verlässt, wendet er sich nur zu jenem düsteren Totenverließ, von dem es heißt, dass hier sich zwei Menschen getötet hatten und wo die ehebrecherische dritte Frau von den Schergen des Herrschers erhängt wird - womit die Legende von den Selbstmorden im Nachhinein Lügen gestraft wird.

Selten wurde in einem Film so nüchtern männlicher Chauvinismus erbarmungslos bloßgestellt wie hier, wo die Frauen keine Chancen haben, obwohl sie - jede für sich - vom Charakter her etwas emanzipatorisches an sich haben: Sie lebten in einer falschen Zeit, könnte man sagen. Doch stimmt das? "Rote Laternen" wurde erstaunlicherweise von einem Mann, einem Asiaten, denen man besonderen Machoismus nachsagt, gedreht. Hauptdarstellerin Gong Li kann man als Heldin aus dem "Roten Kornfeld" wiedererkennen. War "Rotes Kornfeld" ein aufregend stürmisches Debüt, so ist "Die rote Laterne" ein kleines Meisterwerk, ein präziser, realistischer und in der Grundtendenz bitter-melodramatischer Film.

Bei den Filmfestspielen in Cannes nimmt Zhang Yimou 1995 für "Leben!" den großen Preis der Jury entgegen, in China wird er im Kino nicht gezeigt. Die Chinesen hätten ihn gar nicht erst zum Wettbewerb angemeldet, das verdankt Yimou dem Co-Produzenten aus Hongkong. Ein Familienepos nach einem Roman von Yu Hua, die Geschichte einer Familie, einzelner Familienmitglieder von den Vierzigerjahren bis hinein in die Siebziger.

Yimou beschreibt in all seinen Filmen Lebensmöglichkeiten in verschiedenen politischen Epochen. Das ist nie melodramatisch, heroisch oder tragisch. Es fasziniert, wie Zhang Yimou das Filmhandwerk beherrscht. Hatte "Das rote Kornfeld" noch etwas von Pathos, dominiert in "Rote Laterne" noch etwas von der äußeren Pracht und Schönheit, so ist die Tragik und Düsternis des chinesischen Alltags in der "Die Geschichte der Qiuju" und in "Leben!" nicht von Optimismus, sondern von einer gesunden Hoffnung für eine bessere Zukunft erhellt. Das gibt den Filmen und ihrem Macher einen Hauch von unträglicher Ehrlichkeit.

Yimou selbst nennt es das ständig Absurde, das in den Geschehnissen präsent ist und tragisch ist: "Das Tragische an diesen Zeiten war: Man konnte so umsichtig sein, wie man wollte, und konnte doch nicht garantieren, dass man dem Verhängnis entrinnen würde."

Weitere Filme von Zhang Yimou: "Shanghai Serenade" (1995), "Heimweg" (1999), für den er mit dem Silbernen Berliner Bären 2000 ausgezeichnet wurde, sowie "Keiner weniger" (1999), der schwache "Happy Times" (2001), "Hero" (2002), der großartige "House of Flying Daggers" (2004) sowie den eher durchschnittlichen Actioner "Der Fluch der goldenen Blume" (2006).


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