Europa glüht
03.06.2026 • 05:05 - 06:00 Uhr
Natur + Reisen, Natur + Umwelt
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Originaltitel
Europa glüht - Wie Hitzewellen unser Leben verändern
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Natur + Reisen, Natur + Umwelt

Europa glüht

"Bei einer Hitzewelle mit Spitzentemperaturen von 45 Grad Celsius rechnen wir in Sevilla mit einem Anstieg der Übersterblichkeit von 30 bis 40 Prozent", sagt der Physiker José María Martín-Olalla. Er leitet ein Projekt, das die Bewohner der andalusischen Metropole für die Hitzegefahr sensibilisieren will, indem es bevorstehende Hitzewellen mit Namen versieht. Solche Maßnahmen gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn viel zu lange wurden Hitzewellen und ihre Konsequenzen unterschätzt. Zwar kann unser Körper auf eine Reihe von Abkühlungsmechanismen zurückgreifen, jedoch stoßen diese schneller an ihre Grenzen als bisher vermutet, wie die Humanphysiologin Lisa Klous und ihr Kollege Boris Kingma von der niederländischen Forschungsorganisation TNO erklären. Besonders in Städten ist die thermische Belastung hoch. So führte der Rekordsommer 2003 in Paris zu apokalyptischen Zuständen, wie sich François Michaud Nérard, damals Leiter der Pariser Bestattungsbehörde, erinnert. In Zukunft sind laut dem Klimaphysiker Erich Fischer sogar Temperaturen von 50 Grad Celsius für die französische Hauptstadt nicht auszuschließen. Doch auch außerhalb der Städte stellen uns Hitzewellen vor enorme Herausforderungen. In der andalusischen Provinz Jaén gefährden sie zusammen mit lang anhaltenden Dürreperioden die Olivenernte. Und selbst im Mittelmeer steigen die Temperaturen bedrohlich an, wie die Ozeanographin Karina von Schuckmann vom Forschungsinstitut Mercator Ocean International warnt. Welchen Einfluss haben Hitzewellen auf unser bisheriges Leben? Wie werden sie sich in Zukunft entwickeln? Und welche Anpassungsstrategien stehen uns angesichts der neuen Hitzerealität zur Verfügung? Drängende Fragen, auf die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa Antworten suchen.

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