Geheim in Russland
25.07.2023 • 21:00 - 21:45 Uhr
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Originaltitel
Geheim in Russland - Reise durch ein unterdrücktes Land
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
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Kinder als Soldaten und Staatsfeinde: ZDF-Reporterinnen filmten heimlich in Russland

Von Julian Weinberger

Eine Zehnjährige als "Verbrecherin", Patriotismus-Unterricht an Schulen und Soldaten, die "wie Tiere" behandelt werden: Die "frontal"-Doku "Geheim in Russland" gibt verstörende und so bislang nicht gesehene Einblicke in den russischen (Kriegs-)Alltag.

Kleine Kinder, die kaum größer sind als die Gewehre, die sie abfeuern sollen: Die Bilder, die Doku "Geheim in Russland" zeigt, sollen eigentlich nicht nach außen dringen – schon gar nicht in die "verfeindeten" westlichen Staaten, um es im Duktus russischer Kriegspropaganda auszudrücken. Doch Ksenia Bolchakova und Veronika Dorman, zwei deutsche Journalistinnen russischer Herkunft, reisten Ende 2022 drei Wochen durch Russland und gingen unter dem Radar der russischen Behörden auf die Suche nach bislang kaum gezeigten Perspektiven auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Drei etwa 20-minütige Folgen sind seit Mitte Juni in der ZDFmediathek zu sehen. Das ZDF zeigt nun eine 45-minütige Zusammenfassung im Rahmen der "frontal"-Reihe.

In der Doku bekommt das Publikum unter anderem Einblicke hinter die Kulissen der Junarmija, einer Armee von Nachwuchsrekruten, die Außenminister Sergei Schoigu 2016 ins Leben rief. "Unsere russischen Militärs erfüllen gerade ihre Pflicht gegenüber der Heimat", beschreibt Ausbilderin Olga Sachran ihre Mission. "Sie verteidigen die russische Welt. Wir bereiten die Kinder auf schwere Zeiten vor." Auch in die Schulen hat die Junarmija längst Einzug erhalten. Wer aufmuckt, wird klein gehalten. Die Journalistinnen trafen die Lehrerin Tatja Tscherwenko, die sich verweigerte, Patriotismus zu unterrichten.

Russische Lehrerin wird wegen "Unterrichtssabotage" aus Schuldienst entfernt

Es sind diese vermeintlich kleinen menschlichen Schicksale, die die ZDF-Dokumentationsreihe so sehenswert machen. Sie gehen gleichermaßen ans Herz, wie sie schockieren. Da ist etwa Ruslan. Eigentlich hätte der 26-Jährige wegen einer Krebserkrankung gar nicht eingezogen werden dürfen, doch er wurde an die Front geschickt – und kam als nur einer von zwei Kameraden seines 114-köpfigen Regiments lebend zurück. Nicht zurück kam Stanislav, der angeblich bei einer Schießübung starb. Die Wahrheit sieht anders aus, wie die Doku zeigt.

Als Verbrecherin wurde derweil Waria hingestellt – eine zehnjährige Schülerin in Moskau. Sie hatte ein Internet-Meme auf dem Handy, das den russischen Behörden eine nicht gewollte Nähe zur Ukraine herstellte. Sowohl das Mädchen als auch ihre Mutter Jelena wurden von Polizei und Geheimdienst verhört.

Geheim in Russland – Di. 25.07. – ZDF: 21.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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